IGEL im Kräuterbeet: aufgewacht!

Ohje, im Entwurfsordner untergegangen! Hätte eigentlich schon vor einem Monat veröffentlicht werden sollen. Aber jetzt hervorgekramt! Stand: 5. April!

Plötzlich war das Igeliglu leer! Aber es kam nicht ganz unerwartet. Es gab schon ein paar Nächte lang keinen Nachtfrost mehr und die letzten paar Tage waren richtig warm. Ich bremste meine Neugier noch etwa eine Woche lang. Wer weiß, ob der Igel seine Höhle in der Übergangszeit nochmal aufsucht? Dann nahm ich das kleine Bauwerk genauer in Augenschein. Und es ist wahrlich ein Bauwerk! Ich wollte das Iglu vorsichtig anheben, aber das ging nicht. Es war so kompakt und stabil, dass ich es richtig losreißen musste! Wie der Igel das nur hinbekommt, mit seinem doch eher plumpen Körper?

Wenn das nicht mal wie ein Iglu aussieht! Moos und die alten Minzstängel sind derart stabil miteinander verheddert, dass ich das kleine Bauwerk nicht im Ganzen anheben konnte.

Unter dem Iglu war eine kleine Kuhle im Erdboden. Ehrfürchtig legte ich meine Faust hinein. Hier hat der kleine Kerl oder die kleine Kerline die ganzen letzten eisigkalten Monate verbracht. Ist das nicht unglaublich? In einer Kuhle unter drei Zentimeter Moos? Was können Körper für erstaunliche Dinge leisten!

Hier nochmal das kleine Igeliglu von oben. Wiedermal gilt: wie gut, dass ich das Kräuterbeet Ende des Sommers nicht penibel „aufgeräumt“ habe! Ohne das Moos, die alten Stängel und das Laub hätte es hier keine Igelüberwinterung gegeben. Die sogenannte Unordnung hat wiedermal für (Über-)Leben gesorgt! Jetzt, da der Igel wieder wach ist, kann ich es immer noch wegräumen. Und es hat keinem Kraut im Beet geschadet!

Wieder bin ich sehr erstaunt, dass der Igel nicht unter den Holzstößen oder Asthaufen oder in den Grashaufen überwintert hat, die in der Literatur oft als Igelwinterquartier genannt werden. Sicherlich überwintern auch dort Igel, aber dieser hier hat sich dieses Moosiglu im Kräuterbeet gebaut. Gleich neben der Haustüre und beim Carport, unter dem wir im Winter unser Holz sägen udn haken, also dem unruhigsten Ort auf unserem Grundstück, und wo Wölfin herumspringt und ihre Runden ums Haus fetzt… Der Igel scheint uns wirklich gut zu kennen und uns nicht gerade als Gefahr einzustufen.

Und hier der Eingang. Eigentlich wollte ich in die Höhle hineinfotografieren. Darin sah es nämlich wirklich kuschlig und gemütlich aus. Aber das machte die Kamera nicht mit :-(.

Zu gerne wüsste ich, welcher der Igel dort überwintert hat. Letztes Jahr hatten wir nämlich Igeljunge 🙂 jihuu! (Leider hab ich gar nicht darüber berichtet.) Den Sommer über wurden wir mehrmals heftigst angefaucht, als wir uns einer bestimmten Gartenecke näherten. Und in einer spätsommerlichen Vollmondnacht tauchte plötzlich ein Mini-Igel auf, der eifrig hin- und herlaufend überall schmatzend seine Nase in das Gras bohrte. Ich war so von den Socken, dass ich ganz vergaß ein Foto zu machen! Manche Momente muß man eben einfach so genießen, und nicht die Zeit damit vertun, nach der Kamera zu kramen. Also entweder hat hier Mama-Igel oder eines ihrer Jungen überwintert. Was für ein heimliches Leben diese Stacheltiere führen!

Wer auch immer du bist, kleines Igelchen, viel Glück!
Und da du uns allen Anschein nach besser kennst als wir dich: Vielleicht lässt du dich den Sommer über ja mal blicken oder von dir hören! Damit wir wissen, dass es dich gibt und es dir gut geht.

 

P.S. vom 08.05.: Diese Woche wurden wir mehrmals igelmäßig angeraunzt und angemeckert, wenn wir unserem Holzlager zu nahe kamen :-). Wie schööön!

 

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3 Kommentare

  1. Wow, was für eine tolle Höhle und was für ein schöner Bericht. Herzlichen Glückwunsch, Igelmutti 🙂 Bei so einem schönen naturbelassenen Garten wundert es mich nicht, daß die Igel zu dir gefunden haben. Der Ort ist ja interessant (vielleicht mögen sie Kräuter 🙂 oder sie wissen, daß dort, wo gelärmt wird, auch Schutz ist…Die Höhle ist fantastisch. Ich wußte noch gar nicht, daß die sich sowas bauen (können). Ich dachte bislang immer, die huschen ins Gras und wühlen sich in die Erde. Toll toll toll! Noch einen schönen Igeltag! PS: im ersten Moment dachte ich tatsächlich: hä, der Igel ist jetzt erst aufgewacht 😉 So kanns gehen 🙂

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