Inseln für Sommermusikanten

Gut zu hören, aber schwer zu entdecken, sowohl im grünen als auch im braunen Gras: die Heuschrecken.
Gut zu hören, aber schwer zu entdecken, sowohl im grünen als auch im braunen Gras: die Heuschrecken.

Sommer, das ist nicht nur flirrende Hitze, Eis und baden gehen. Sommer, das sind auch lange, warme Abende mit leuchtenden Glühwürmchen und einem unverwechselbaren Konzert: das Zirpen, Geigen und Fideln der Grillen und Heuschrecken.

Sobald Heuschrecken und Grillen ausgewachsen sind, fideln sie, was Beine und Flügel nur so hergeben. Sie verschaffen sich im wahrsten Sinne des Wortes Gehör, um ihr Revier abzustecken, Weibchen anzulocken und Rivalen zu vertreiben. Seit Ende Juni warte ich schon darauf. Und Ende letzter Woche fiel mir dann ganz plötzlich auf: Da sind sie 🙂 Im hohen Gras zwar nur schwer zu entdecken, aber dafür umso besser zu hören!

In all dem Konzertdurcheinander behalten die Heuschrecken genau den Überblick. Jede Art hat ihren eigenen Rhythmus, ihren eigenen Takt und ihre eigene Tageszeit zum Musizieren.
Und wenn du mal eine entdeckst, dann schau ihr auf die Fühler! Diese verraten dir nämlich, ob du es mit einem „Bein-„ oder einem „Flügelgeiger“ zu tun hast.

Bein- oder Flügelgeiger?

Dank Teleobjektiv endlich erwischt! Die Heuschrecke hat kurze Fühler - also eine Beingeigerin. oder besser: GeigER, denn meistens zirpen die Männchen.
Dank Teleobjektiv endlich erwischt! Die Heuschrecke hat kurze Fühler – also eine Beingeigerin. oder besser: GeigER, denn meistens zirpen die Männchen.

Heuschrecken mit langen Fühlern – die Langfühlerschrecken – „geigen“ mit ihren Flügeln. Auf der Unterseite der Vorderflügel haben sie eine Schrilleiste mit vielen kleinen Querrippen, auf der Oberseite eine Schrillkante.
Nun gibt es noch „Rechtsgeiger“ und „Linksgeiger“. Die Grillen ziehen ihren rechten Vorderflügel über die linke Schrillkante, die Laubheuschrecken ziehen links über rechts.

Heuschrecken mit kurzen Fühlern – die Kurzfühlerschrecken – sind hingegen „Beingeiger“: An der Innenseite der langen, sprungkräftigen Hinterbeine sitzen dicke, kurze Härchen, mit denen über die Vorderflügel geschrammt wird. Manche von ihnen geigen nur mit einem Bein, andere gleichzeitig mit beiden, und wieder andere mal so und mal so.

Ohren haben sie übrigens alle keine, aber hören können sie natürlich trotzdem, sonst wäre das ganze Gezirpe ja umsonst. Die Flügelgeiger haben eine Art Trommelfell an den vorderen Beinen, die Beingeiger am Hinterleib. Stell dir mal vor, wir würden uns den  Telefonhörer oder das IPhone beim Telefonieren an den Bauch oder ans Bein halten…

Inseln im Garten

Inseln im Garten: Gemäht für uns und ungemäht für Heuschrecken, Falter & Co.
Inseln im Garten: Gemäht für uns und ungemäht für Heuschrecken, Falter & Co.

Egal, ob es sich um Links- oder Rechtsspieler, Bein- oder Flügelgeiger handelt: Alle brauchen hohes Gras. Ohne hohes Gras fehlt dem Sommer sein Konzert. Die oft heimatlosen Musiker kannst du ganz einfach unterstützen:
Lass im Garten Inseln stehen!

Das Mähen an sich ist nicht das Problem, sondern wenn alles rundherum auf einmal weg ist. Dann fehlen alle Rückzugsmöglichkeiten auf einen Schlag – Obdachlosigkeit pur im Garten. Wir mähen daher in Etappen. An mehreren Stellen bleiben Gras-Inseln stehen, während anderswo bereits Gemähtes wieder wachsen kann. Sobald dort das Gras wieder hoch genug ist, mähen wir die alten Inseln. So erhält alles mindestens einmal im Jahr seinen Schnitt, aber eben nicht alles auf einmal.

Belohnt werden wir mit urlaubsfühligen Sommerkonzerten – vorausgesetzt es regnet nicht ständig :-(!

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4 Kommentare

  1. Danke für die tollen Infos ! Wie Zillen grirpen, äh, Grillen zirpen, war mir nicht klar. Spannend. Dann sind sie wie kleine Musikinstrumente 🙂 Ich lausche dem Zirpen auch gerne. Das ist wie das Geschrei der Mauersegler. Sommerliche Töne 🙂 Nach deinem Bericht habe ich eben aus dem Fenster gesehen. Die Rasenmäherkolonne war heute morgen da und hat auch den verbliebenen Rest abgemäht 😦 Sonst haben sie eigentlich eine Fläche stehen lassen. Jetzt ist alles kahl…och Manno ! Dann hoffe ich mal, daß die Hüpfer noch irgendwo was gefunden haben zum Wohnen. Schön, daß sie das bei dir im Garten dürfen und ich finde auch, daß es umso schöner aussieht 🙂

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