Schlaraffenlandbaum für kleine Mönche

Zwischen zehn und zwanzig Mönchsgrasmücken-Jungsters wuseln seit etwa zwei Wochen von früh morgens bis spätnachmittags durch unseren Edel-Pflaumenbaum (auch Reneklode genannt).

Selbst kaum größer als die Pflaumen, stopfen sie sich die Schnäbel mit diesen leckeren Früchten voll. Wer genug schnabuliert hat, macht Fresspause und lässt sich die Sonne auf´s Gefieder scheinen oder putzt sich fleissig (Gefiederpflege ist für alle Vögel eine sehr zeitaufwendige Aufgabe – ähnlich wie täglich Fensterputzen, Staub saugen und wischen zusammen.). Sobald der Hunger wieder kommt – hüpf! – und schon hocken sie wieder auf den saftigen Früchten und picken.
Wie im Schlaraffenland!

Allerdings hat die wuselige Gesellschaft nun schon einen Großteil der echt leckeren gelben Pflaumen weggepickt. Schlaraffenland von begrenzter Dauer.

Im Morgenlicht: Mönchsgrasmücke im Schwarzen Holunder.
Im Morgenlicht: Mönchsgrasmücke im Schwarzen Holunder.

Wie gut, dass ein paar Sträucher und Bäume weiter die Holunderbeeren gerade reif geworden sind! Ein neues Schlaraffenland hat somit eröffnet, und die Jungsters müssen sich dafür noch nicht mal einen neuen Schlafplatz suchen. Der bleibt erstmal im Eichen-Hainbuchengeäst unseres Zwetschgenhangs, nur der Ort des Buffets hat sich um ein paar Meter verlagert.

Die zuckerhaltigen Früchtchen sind sicher eine gute Reisevorbereitung. Denn Mönchsgrasmücken fliegen – je nachdem, woher sie kommen – für die Winterzeit nach West- und Südeuropa oder sogar bis nach Südafrika. Normalerweise zumindest. Denn mittlerweile reisen viele Mönchgrasmücken nicht mehr, sondern bleiben, wo sie auch im Sommer leben. Ein sicheres Indiz dafür, dass die Winter milder werden; der Klimawandel lässt grüßen.

Die leckersten Früchte wachsen immer da, wo man am schwersten hinkommt. Diese Regel scheint auch für Mönchsgrasmücken zu gelten
Die leckersten Früchte wachsen immer da, wo man am schwersten hinkommt. Diese Regel scheint auch für Mönchsgrasmücken zu gelten

Im nächsten Jahr kann man dann die Jungs von den Mädels unterscheiden. Bei den Jungs wird das jetzt noch braune „Mönchs“käppchen nämlich schwarz, bei den Mädels bleibt es braun.

Na dann, weiterhin guten Appetit!
Und – gegebenenfalls – gute Reise!

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2 Kommentare

  1. Tolle Fotos ! Und sooo viele Mönchsgrasmücken ?? Das ist ja kaum zu glauben. Naja, bei dem Buffetgarten 🙂 Ihr habt wirlich ne Menge leckerer Sachen im Angebot ! Lassen sie euch denn noch was übrig 😉 ? Was für ein Vogelparadies, so mit Kost und Logis !! Viel Spaß noch mit den Jungsters 🙂

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    • Danke 🙂
      Nee, von den gelben Pflaumen haben sie eigentlich so gut wie keine übrig gelassen. Aber wir waren auch nicht so dahinter, sonst hätten wir schon mehr erwischt. Ist immer auch eine Zeitfrage.
      Vorteil: Da nun so gut wie alle aufgegessen sind, müssen wir auch keine heruntergefallenen einsammeln 😉

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