Des Kürbisblütenrätsels Lösung

Endlich komme ich dazu, mich im worldwidegartenweb nach einer Lösung zu meinen Kürbisblütenrätseln umzuschauen! Unerwartet schnell werde ich fündig.

Die Fakten decken sich perfekt mit meinen im letzten Beitrag beschriebenen Beobachtungen:

1.) Die Kürbispflanze hat tatsächlich zwei verschiedene Blüten: nämlich männliche (die ohne Knubbel) und weibliche (die mit Knubbel). Aus dem Knubbel wird dann also tatsächlich der Kürbis. Männliche Blüten gibt es deutlich mehr als weibliche.

2.) Bienen und Hummeln sind tatsächlich die richtigen Bestäuber. Jede Blüte muß mehrmals besucht werden, damit die Bestäubung klappt! Das eine Bienchen, das ich beobachtete, reicht also bei weitem nicht aus…

3.) Die Blüten blühen tatsächlich nur wenige Stunden am Morgen. Egal, ob sie bestäubt wurden oder nicht, sie verblühen noch am selben Vormittag und dann – Na? rate mal…richtig! Dann knicken sie ab!

Die verblühten Blüten knicken ab.

 

Damit man am Ende einen Kürbis ernten kann, müssen also zahlreiche Faktoren zusammenpassen:

Mal abgesehen von all den Standortansprüchen der Kürbispflanze, die natürlich auch passen müssen, wie Sonne, Nährstoffe, Wasserversorgung usw.,
müssen die Blüten erstmal die Schnecken überleben.

Grmpf. Total unmajestätisch.

Dann müssen gleichzeitig an verschiedenen Kürbispflanzen männliche und weibliche Blüten blühen. Denn die Frucht Kürbis entsteht nur bei Fremdbestäubung.
Gut, dass ich drei Kürbispflanzen habe. Allerdings sind zwei sehr mickrig. Zumindest einer der beiden muss also stetig männliche Blüten öffnen, sonst gibt es keinen Kürbis!

Damit die Kürbisblüten überhaupt bestäubt werden, muß jede Blüte mehrmals von Bienen oder Hummeln besucht werden. Ein Bienchen oder ein Hummelchen reichen nicht aus.
Leider ist das Vorhandensein von Wildbienen und Hummeln keine Selbstverständlichkeit mehr. Dieses Jahr gibt es extrem alarmierende Nachrichten aus der Insektenwelt…

Regnet es morgens (so wie in letzter Zeit häufig), ist es mit der Blütengeneration dieses Tages dahin. Denn dann steht in den Blütenkelchen das Wasser. Bienen und Hummeln tauchen bekanntermaßen nicht. Also keine Bestäubung, die Blüten verwelken trotzdem, keine Frucht.

Und dann – wenn die Bestäubung geklappt hat – muss der Kürbis ja noch wachsen. Bis er erntereif ist, kann noch viel passieren. Zum Beispiel, so lese ich nach, muss man aufpassen, dass der Untergrund, auf dem er liegt, nicht zu nass ist. Sonst begänne die Frucht zu faulen. Brettchen soll man unterlegen…

Wow. So viel „muss“ und „müssen“ …
Falls ich tatsächlich dieses Jahr einen Kürbis ernten sollte, ist der Gold wert…

Bei der nächsten Kürbissuppe werde ich definitiv an den langen, steinigen Weg vom Samen bis zu dieser Suppe auf meinem Löffel denken…

Erst unterhalb der riesigen, alles überschattenden Blätter bekommt man einen Überblick: geschlossene männliche Blütenknospen zuhauf, ein minikleiner Fruchtansatz und eine bereits verblühende Blüte vom Morgen.

In Meiers Garten Center erhielt ich am umfassendsten und die meisten Antworten auf meine Kürbisfragen.

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9 Kommentare

  1. Hallo Sabine, ich wünsche Dir mehr Glück als mir zuteil wurde. Leider trägt keine einzige meiner Kürbispflanzen Früchte. Ja geblüht haben sie schon, aber das war es dann auch. Ich vermute, meine gesammelten Samen stammten aus eine Hybridform und die hatte auf Vermehrung so gar keine Lust.

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    • Hallo Uschi!
      Ohje, du arme! Wie schade! Ich fühle mit dir 😦
      ja, diese blöden Hybridzüchtungen, wie bei den Tomaten. Es wird nicht gewollt, dass wir uns unabhängig machen und einfach unsere eigenen Pflanzen heranziehen. Meine Kürbispflanzen sind ja auch aus Samen von Kürbissen, die ich auf dem Markt gekauft habe. Mal sehen, ob da wirklich Früchte wachsen… Noch ist da nicht viel absehbar.
      Im nächsten Jahr möchte ich das auch anders machen. Wie, weiß ich noch nicht. Aber der Winter ist ja lang genug für Recherche 😉

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  2. Danke für diesen interessanten Artikel. Ich wusste zwar, wie man die männlichen von den weiblichen Blüten unterscheidet. Aber nicht, dass gleich mehrere Bienen befruchten müssen und dass es auch noch fremder Pollen sein muss. Das erklärt dann auch, warum an einer meiner Zucchini-Pflanzen nur sehr selten überhaupt eine Zucchini überlebt. Und wenn sie nicht direkt abfällt, erledigen die Schnecken den Rest… 😉

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    • Ja, das könnte eine Erklärung sein! Ohje, du bist ja auch leidgeprüft! Hast du mal probiert, deine Zucchini-Pflanzen mit Hilfe von Sägespänen vor den Schnecken zu schützen? Ich hab da großen Erfolg mit!

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  3. Liebe Sabine, beim vorigen Artikel mußte ich fast lachen. Das las sich wie der totale Kürbiskrimi ! Fragen über Fragen und vor allen Dingen, wer ist der „Täter“ ?! Jetzt sind wir alle schlauer, dank deiner Forschungsarbeit 🙂 Was man nicht alles wissen muß, um Gemüse anzubauen. Da denkt man, man steckt ein paar Kerne in den Boden und gut ist…nee, nicht immer ist es so einfach. Was für eine Lotterie ! Kürbislotterie. Wie du sagst, dein Kürbis wird gold wert, wenn es denn einen gibt. Kann man die nicht selbst bestäuben mit Pinsel und so ?? Ich kenn mich da so gar nicht aus Aber wie das in der Natur so klappt mit diesen männlichen und weiblichen Blüten ist mir jetzt schon irgendwie ein Rätsel, wenn das ein so heikles Unternehmen ist. Ist das bei Kiwi nicht ähnlich, daß man da zwei Pflanzen braucht, eine männliche und eine weibliche, weil es sonst keine Früchte geben kann ? Was sich die Natur dabei gedacht hat ? Ich drücke ganz ganz doll die Daumen, daß es noch was wird mit einem Kürbis in diesem Jahr. Spann doch einen Regenschirm über den Blüten auf, wenns pladdert, dann haben die Hummeln eine Chance in den Blüten „abzutauchen“. Die fliegen ja sogar bei Regen, wenns nicht zu doll ist. Bei einer Radtour vorgestern sah ich übrigens einen Hokkaidokürbis an ! einem Gartenzaun hängend wachsen 🙂 Toi toi toi !!!

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    • Liebe Almuth,
      Wie in einem Kürbiskrimi fühle ich mich zeitweise tatsächlich 😉 hihi! Ja, man kann Kürbis wohl auch ganz gut auch mit Pinseln bestäuben. Aber zwei verschiedene Pflanzen braucht man trotzdem. Bei Süßkirschen ist das auch so, bei der Kiwi müßte ich nachschauen.
      Aber dieses Prinzip der Fremdbestäubung gibt es bei sehr vielen Pflanzenarten (in der Tierwelt übrigens ganz normal…nur dass man hier halt nicht von Bestäubung spricht). Auch, wenn Individuen genetisch zu nah beieinander liegen, kann es sein, dass die Bestäubung nicht klappt. Fremdbestäubung hat den Sinn, dass sich Erbgut immer wieder neu mischt, und so eine höhere Resistenz gegen Krankheiten und eine bessere Widerstandsfähigkeit entsteht. Nur so funktioniert die Anpassung an neue Lebensbedingungen, wie steigende Temperaturen, Wetterextreme usw. wie durch den Klimawandel. Der genetische Austausch ist total wichtig. Deswegen sind auch diese Grünbrücken, um Lebensräume zu verbinden, so wichtig. Die Verinselung von Populationen, die immer kleiner werden, ist ein Desaster für die Anpassung, die Evolution und das Überleben von Arten.
      Das extreme Gegenteil von Fremdbestäubung wäre Inzucht – bekanntermaßen sind Nachkommen aus Inzucht häufig krank, manchmal auch körperlich/geistig behindert oder zumindest eingeschränkt und die Wahrscheinlichkeit, an Erbkrankheiten zu leiden, ist extrem viel höher.
      Daher ist es auch so ein großes Problem, wenn von Arten nur noch wenige Individuen übrig sind (oder eben kein Austausch mehr zwischen Populationen stattfinden kann, weil die Landschaft durch Autobahnen etc. so durchschnitten ist). Wobei man nie weiß, wann das „wenige“ eine kritsche Masse unterschreitet. Je nach Art können das „Wenige“ tatsächlich einige 10er, oder aber auch hunderte oder gar tausende Individuen sein, dass es kritisch wird. Eine Krankheit, ein zu nasser Sommer, veränderte Temperaturen, was auch immer – und alle sind weg; weil alle ein sehr ähnliches Erbgut haben, reagieren alle gleich.
      Auch hier gilt: Vielfalt ist überlebenswichtig. Das Stichwort ist: Genetische Vielfalt.
      🙂 soviel dazu, ein kleiner Exkurs in die Evolutions- und Vererbungslehre 😉

      Das mit dem Regenschirm ist eine lustige Idee! Aber ich glaube, dann hält mich mein Freund für total bekloppt 😉 der lacht eh schon immer, wenn ich abends nochmal unbedingt nach König Kürbis schauen muss… Und außerdem muss es ja eigentlich auch so gehen! Theoretisch…
      Liebe Grüße
      Sabine

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      • Liebe Sabine, vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen. Bei Pflanzen habe ich noch nie drüber nachgedacht, aber klar, warum sollte es dort anders sein. Also wäre es sinnvoll bei der Kürbiszucht ein paar mehr Pflanzen großzuziehen…dann hoffe ich mal auf ganz viel Hummel- und Bienenbesuch, auf das die kleinen Helferlein deine Kürbisblüten ordentlich bestäuben 🙂 – Ich weiß gar nicht, was dein Freund hat. Der Kürbis wird ihm später doch auch schmecken, da kann man ruhig mal was investieren: z.B. Regenschirme, Tee, falls dem Kürbsi zu kalt wird, Lampen, falls es ihm zu dunkel ist, Frotteetücher…..kiecher ! – Ich würde es genauso machen, da hängt doch das Herz dran und der Kürbis freut sich sicher über die gute Pflege 🙂 Liebe Grüße, Almuth

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      • Liebe Almuth,
        hihi! Sehr schön! Ich stelle mir gerade vor, wie ich mit König Kürbis Tee trinke *schlürf*
        Bevor das ganz falsch rüberkommt: Mein Freund unterstützt mich großartig, aber er amüsiert sich auch ein bißchen über mich 😉 aber das ist ok, das tut ich auch. Ich muß schon oft über mich lachen, wenn ich zum x-ten Mal abchecke, ob auch ja keine Schnecke ihr Unwesen treibt.
        Ja, und wie man da dranhängt! Gestern hagelte es! Klar, was ich nach dem Hagel sofort machen mußte: rein in die Gummistiefel und…
        Das will ich König Kürbis auch geraten haben, dass er meine Pflege zu schätzen weiß – hihi!
        Liebe Grüße
        Sabine

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      • Keine Sorge, verstehe ich schon. Ich bin als „Pflanzenmutter“ verschrien. Man kümmert sich halt um seine „Pflanzenkinder“ 😉 Dann gedeihen sie umso besser, hihi. Ich würds genauso machen. Liebe Grüße, Almuth

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