Endlich REGEN!

Seit Samstagnacht fällt Regen. Was für ungewohnte Geräusche: Regenrauschen, Wassertropfen gegen Fensterscheiben, Tropfgeräusche auf´s Fensterbrett. Ebenso ungewohnt: Dass man von einem Spaziergang mit Wölfle klitschnass nach Hause kommt. Hose, Schal und Jacke zum Auswringen durchweicht, tropfende Haare, Wasser im Gummistiefel, und ein Hund, der – haste nicht aufgepaßt! – sich in der Garderobe mehrere Liter Wasser aus dem Fell schüttelt. Und Pfützen! Keine Ahnung, wann ich die letzte Pfütze gesehen hab, irgendwann im März, als der letzte Schnee wegtaute?

Seit gestern gibt es wieder Pfützen, hier auf unserer Steintreppe.

🙂 großartig! Endlich! Darauf haben wir monatelang gewartet! Vor kurzem hab ich im Wald ein kleines Loch in den Boden gegraben. Nach nur wenigen Zentimetern war alles staubtrocken. Immer noch haben Gewässer aller Art niedrigste Wasserstände. Die Tage hieß es in einem Radiobeitrag*, dass es im Einzugsgebiet des Rheins bis Mitte Januar mehr oder weniger flächendeckend ca. 250 Liter pro Quadratmeter regnen müßte, damit der Rhein wieder auf Normalwasserstand kommt.

Rollo tropft.

Diese Woche sollen hier bei uns bis zu 50 Liter pro Quadratmeter aus den Wolken fallen. Und wenn es nur die Hälfte wäre, wäre es schon mehr als den ganzen Sommer zusammen (siehe Zwei mal sieben Liter).

Eigentlich müßte man all den Regen, der auf´s Dach fällt, schon jetzt wieder für den Sommer sammeln. Wer weiß, Trockenheit soll ja nun eher Standard werden, bei uns in Deutschland. Allerdings macht uns da der Frost, der diesen Winter bestimmt irgendwann mal kommen wird, einen Strich durch die Wassersammelrechnung.  Die stille Hoffnung ist natürlich, dass nicht jedes Jahr so extrem wird wie dieses. Trotzdem müssen wir umdenken, neudenken und uns umstellen.

Pfützenspiegelung

Doch jetzt genießen wir erstmal Pfützenplatschen, Tropfgeräusche, Regentrommeln und das nasse Rauschen, das unser Tal erfüllt.

schwimmendes Blatt
Regentropfen am Fenster.

 

 


* Leider weiß ich nicht mehr, wie der Beitrag noch wie der Fachmann hieß, der interviewt wurde. Aber hier ein ähnlicher Bericht des mdr über die Elbe. Hier ist sogar von 300 Litern pro Quadratmetern die Rede…

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19 Kommentare

  1. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn über Regenmangel im Norden berichtet wird. Südlich der Alpen hat es ein bisschen weniger geregnet als normal. Im Sommer gab es zwei Wochen ohne Regen, aber das hat gar nicht gestört. Von Trockenheit keine Spur. Und schon in den nördlichen österreichischen Bundesländern ist der Sommer staubtrocken gewesen. Erschreckend, wie schnell landwirtschaftlich gar nichts mehr geht.

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    • Bist du aus Österreich? Ich bin noch etwas verwirrt von deinen Nord- und Südangaben und suche noch den Bezugspunkt… 🙂
      Wir wohnen im Süden Deutschlands. Und bei uns im Ort hat es in der Tat monatelang so gut wie gar nicht geregnet. Die paar Tropfen, die vielleicht mal fielen, haben noch nicht mal die Oberfläche benetzt. Die Grashamspitzen waren nass, aber der Boden unter den Grashalmen staubtrocken. Es ist schwer zu glauben, denn schon ein paar Kilometer weiter sieht es etwas anders aus. Zwar auch sehr sehr trocken, aber noch nicht so extrem wie bei uns hier. Der Regen jetzt ist über Monate herbeigesehnt!

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    • Wir hatten im Mai, Juni und Juli wohl jeweils zweimal etwas Regen, im August vielleicht an drei Tagen. Anfang September sah es so aus, als ob es besser würde, aber dann gab es im Oktober wieder mindestens drei Wochen keinen Regen. Im November sah es ähnlich aus und gestern und heute schauert es ab und an, dann scheint wieder die Sonne und es ist richtig frühlingshaft. In Vorpommern.

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  2. März kann nicht stimmen. Ich habe noch Anfang Juni meine Radreise wegen heftiger Unwetter abgebrochen. Wäre ich allerdings einen tag vor Ort geblieben, hätte ich trockenen Rades weiterfahren können.
    Im Rhein ist wenig Wasser, aber immerhin ist noch Wasser drin. Viel bedrohlicher finde ich die Lage in kleineren stehenden und fließenden Gewässern wie dem Flehbach hier. Da werden gleich mehrere Generationen von wasserbewohnenden Insektenlarven, Amphibien und Fischbrut hinweg gerafft.

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    • Bei uns im Dorf hat es tatsächlich seit Anfang April so gut wie nicht geregnet. Die Unwetter sahen wir zwar in der Ferne am Horizont, sie kamen aber bei uns nie an. Die letzte größere Wassermenge war der letzte Schnee und dann die zweimal 7 Liter zwischen Ende August und Mitte September.
      Es ist schwer zu glauben, da gebe ich dir recht. Schon in einigen Nachbardörfern, keine 5 km weg von hier, regnete etwas mehr als bei uns im Tal. Wir waren hier in einem lokalen Regen- oder Trockenloch, je nachdem, wie man es nennen will.
      Ja, die Lage in den kleinen Gewässern ist katastrophal. Der Rhein als einer der längsten Flüsse Deutschlands sollte auch nur als Beispiel dienen, zu dem ich vor kurzem konkrete Zahlen gehört habe. Völlig klar, dass da viel mehr dran hängt!

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  3. Auch bei uns regnet es seit drei Tagen und ist irgendwie inzwischen gefühlsmäßig ein bissl seltsames Gefühl nach der ewigen Trockenheit. Freue mich auch sehr, vor allem für die sich nun hoffentlich endlich wieder erholende Natur.
    Liebs Grüßle von Hanne

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    • Stimmt, man ist es gar nicht mehr gewöhnt! Dinge wie Regenschirm, Regenjacke waren ja scohn voll in der Versenkung verschwunden.
      Ja, hoffentlich gleicht sich den Winter über wenigstens die Bodenfeuchtigkeit aus. Grundwasser wäre natürlich auch nicht schlecht…

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    • Hallo Hanne 🙂
      Stimmt, ein sehr ungewohntes Gefühl! Auch sowas wie Regenschirm, Regenjacke – alles Dinge, die völlig aus der Benutzung raus waren.
      Ja, ich hoffe auch, dass wenigstens die Bodenfeuchtigkeit ausgeglichen wird. Grundwasser wäre natürlich auch nicht schlecht. Angeblich gibt es da noch ein Defizit aus 2016… :-O
      Liebe Grüße! Sabine

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  4. Bei uns hat es in letzter Zeit schon mal ein paar Schauer gegeben, aber dann war wieder eine Weile nichts. Heute nacht hat es, genau wie du es beschreibst, gegen die Fenster geprasselt und ich habe mich gefreut. Im Moment freue ich mich über jeden Regen! Die Talsperren müssen dringend Wasser bekommen, damit die Wasserversorgung im neuen Jahr weitergeht. Stimmt ,die kleinen Bäche und Bäken, die trockengefallen sind, brauchen mehr als nur ein paar Liter. Immerhin hatten wir die letzte oder vorletzte Woche so viel Hochnebel, daß die Erde schon etwas mehr als sonst angefeuchtet wurde. Das hat schon ein wenig geholfen. Was die Wassermengen angeht, habe ich für Hannover gesehen, daß wir letztes Jahr über 800 l/qm hatten, dieses Jahr um die 350 l/qm – KRASS!!! „Normal“ (was ist schon normal), sind in den anderen Jahren um die 600 l/qm gewesen. Jetzt darf es tatsächlich erst mal ordentlich schütten. Und: Ich hoffe, daß nächstes Jahr kein Dürrejahr wird. Das Tropfenfoto am Zweig gefällt mir am besten. Das ist wunderschön 🙂

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    • Wow, das sind mal Zahlen im Vergleich! Ich hab noch gar nicht nachgeschaut, ob´s solche Zahlen auch für unsere Gegend gibt.
      Oh, das hoffe ich auch! So gigantisch dieser lange Sommer war, nur Sonne ich auch nichts. Jetzt stell dir mal vor, wenn es uns so geht, wie es dann Menschen geht, deren Überleben von jedem Tropfen Wasser abhängt… niemand von uns hat deswegen hungern müssen, wir haben trotzdem immer noch alles wie gewohnt in den Supermarktregalen bekommen. Und dann wundert man sich, wenn sich Menschen auf den Weg in ein besseres (ohne Hunger) Leben machen…

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      • Nee, da wundert man sich nicht. Schön ist auch, daß gerade in Gegenden mit Wasserknappheit Gemüse angebaut und exportiert wird (Avocados aus Chile, Mandeln aus Californien, Südafrika…) oder Wasser abgepumpt und gewinnbringend verkauft wird. Ja, wer weiß, ob wir eines Tages noch abwandern müssen und dann will uns viell. keiner haben…jetzt bin ich gerade wieder ganz finster drauf….

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