Raupe Nimmersatt Teil II

Schon seit einer Weile will ich euch erzählen, wie´s mit der kleinen Raupe Nimmersatt weiterging…

Als ich zwei Tage nach meinem Beitrag damals morgens vor die Haustüre trat, saß da doch glatt auf einem der abgefressenen Blütenstände eine Gallische Wespe. „Ne, oder?“, war mein erster Gedanke, „die wird doch jetzt nicht…“. Wespen fangen andere Insekten, auch Raupen, und verfüttern sie an ihren Nachwuchs. Das ist so, und auch soweit ok, aber NICHT ausgerechnet DIE Raupe, die MEINEN Dill gefressen hat! Ich suchte alle noch nicht raupenvertilgten Dillstengel ab, keine Raupe. Ungläubig starrte ich die Wespe an. Das ist jetzt nicht wahr, oder? Die Raupe frisst meinen Dill, und dann kommst du daher und frisst meine Dill gefütterte Raupe?

Die Gallische Wespe auf der von Raupe Nimmersatt abgefressenen Dillblüte. Als ich sie fotografierte…

Etwas fassungslos darüber, dass es jetzt ausgerechnet bei all den Raupen und  Insekten in diesem Garten genau diese eine Raupe erwischen musste, suchte ich den Dill weiter ab. Als ich wieder die Wespe anstarrte, du wirst es nicht glauben, aber da starrte sie zurück!

…drehte sie sich plötzlich um und sah mir direkt durch das Makroobjekt in die Augen. Wow! Einbildung? So oder so, ich fühlte mich richtig wahrgenommen von dieser kleinen Wespe… ich glaube, ich hab genug Fotos gemacht und geh dann mal lieber…

Poff. Das kann ja nicht sein. Noch nie hat mich ein Insekt angestarrt. Aber ich fühlte mich tatsächlich von dieser Wespe beobachtet. Was kein so gutes Gefühl erzeugt, denkt man doch sofort an all die schmerzhaften Wespenstiche, die man im Laufe seines Lebens schon abbekommen hat. Auch, wenn sie eine Gallische Wespe ist, die bei weitem ruhiger und friedfertiger sind als die Gemeinen Wespen, so langsam traute ich ihr nicht mehr über den Blumentopfrand hinaus. Also nochmal schnell den Dill absuchen, vielleicht ist Raupe Nimmersatt ja doch irgendwo und dann lass ich diese Wespe einfach in Ruhe, ist eh nicht mehr zu ändern..

Jihuu! Da ist sie ja! Raupe Nimmersatt hing ganz unten, direkt über der Erde, zwischen dünnen Dillblättern. Obwohl sie doch so dick und die Blätter so feingliedrig sind, ist sie echt gut getarnt.

Erleichtert ließ ich die drei nun in Ruhe, den Dill mit der Raupe und der Wespe oben drauf. Diese saß übrigens noch bis zum Nachmittag an genau der gleichen Stelle. Vielleicht trat da oben aus den abgefressenen Blütenstengeln Dillsaft aus, an dem sie nippte?
Und Raupe Nimmersatt? Am nächsten Tag war sie dann wirklich verschwunden. Seit zwei Wochen ist sie jetzt weg. Entweder doch gefressen worden oder sie hat sich zurückgezogen, um sich irgendwo zu verpuppen.
Erfahren werde ich es wohl nie…

5 Kommentare

  1. Ja, wenn man ein Tierchen erst mal näher kennengelernt hat, mag man es nicht mehr missen. Wer weiß, wohin die abgetaucht ist 🙂 Dass die Feldwespe den ganzen Tag dort saß, ist ja ungewöhnlich. Hier sind sie immer nur auf Stippvisite. Drücken wir dem Räupchen den Daumen, daß es noch ein schicker Falter wird. Gibt es da eigentlich bestimmte Verpuppungszeiten? Vermutlich nicht. Wahrscheinlich immer erst,wenn sie dick und rund sind. Toitoitoi!

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