Geschubse, Gedränge und Gezerre bei den Krokussen

Kaum scheint die Sonne und öffnen sich die Krokusblüten, gibt es ordentlich Geschubse, Gezerre und Gedränge! Kein Wunder, der Sonnenschein lockt Nachbars Honigbienen aus den Kästen. Und bis gestern waren die Krokusse eine der ganz wenigen Pollen- und Nektarquellen hier in der Gegend.
(Ganz anders heute morgen: Da herrschte reger Betrieb um die Weide herum, anscheinend sind seit heute Weidenkätzchen im Pollenangebot. Krokus war also gestern…)

Was für ein hektisches Gesumme! Der Nachbarin Honigbienen nutzen den Frühlingstag und stürzen sich geradezu in die Krokusblüten. Während ich sie so beobachte, fühle ich mich plötzlich ganz gestresst. So viele Bienen und nur so wenig Blüten! Ich hätte noch mehr Zwiebeln stecken sollen… Nun ja, streng genommen könnten auch auf der Wiese der Nachbarn Krokusse wachsen…
Höflich anstehen ist nicht! Die Biene in der Blüte wird gleich von der anderen (hier noch im Anflug) hinausgedrängelt werden…
Gewonnen! Die stärkere bekommt den Nektar, die andere muß weichen (oben linke im Abflug). Und das, obwohl diese Krokusblüte noch nicht mal ganz geöffnet ist.
Es muß schnell gehen! Bevor die nächste Honigbiene kommt! Landen…

 

…schnell Pollen sammeln und nach unten klettern…

 

…und kopfüber zum Nektar! Am Bein der Honigbiene leuchtet ein Päckchen aus orangefarbenem Krokuspollen.
Schubs! Drängel! Die rechte Honigbiene versucht, die andere wegzuziehen, was mit wütendem Gesumm quittiert wird. Wenn sich zwei streiten freut sich die dritte – während die beiden von der Blüte purzelten, nutzte eine ihrer Stockgenossinnen die Gelegenheit.

Die Krokusse in unserem Garten sind die Wildform der in Südosteuropa heimischen Elfen-Krokusse, Crocus tommasinianus. Bei der Wildform kann ich sicher sein, dass das Nektar- und Pollenangebot stimmt. Bei Zuchtformen hingegen besteht diesbezüglich immer eine gewisse Unsicherheit. Schließlich waren bei der Zucht eher optische Faktoren für die Sortenbildung ausschlaggebend, und nicht das Nahrungsangebot für Insekten.
Außerdem vermehren sich Wildformen definitiv von selbst, wenn die Rahmenbedingungen passen. Heißt, sie bleiben und etablieren sich. Und mein Traum wäre, eine richtige Krokuswiese unter der Weide…

Noch ist es nur eine Mini-Krokuswiese . Aber irgendwann wird hier einem das Lila nur so entgegen knallen… BAM! 🙂

15 Kommentare

  1. Ein schönes Gedrängel ist das 🙂 Die schlagen sich ja fast um den Nektar! Und die Krokusse sind sooo hübsch! Ich meine, ich hätte auch diese Sorte von meiner Mutter bekommen, aber meine sind heller und sehr zart. Wind und Regen haben sie schnell abknicken lassen, aber immerhin breiten sie sich zunehmend aus. Ich hoffe auch auf eine blaulila Wiese, eines schönen Tages! Ich hörte mal, daß die Ameisen mithelfen ihre Samen zu verteilen. Ich habe noch eine andere Sorte, die dunkler und größer ist, und die haben immerhin den Starkregenschauer vorgestern abend überstanden. Zum Glück. Ich verstehe gut, was du mit dem Stresspegel meinst. Ich denke auch oft, hätte ich doch noch mehr von diesem oder jenem. Dieses Jahr habe ich Glück mit den Mauerbienen: mein Rosmarin blüht noch, meine Weide blüht(e) und die Gänsekohldisteln mögen sie auch 🙂 Und die Bienennachbarn haben selbst keinen bunten Garten oder irgendwelche Frühblüher? Dann genieße mal weiterhin das wilde Summen und das leuchtende lila 🙂 LG von Almuth

    Gefällt 2 Personen

    • hihi! Voll die Krokuskneipenschlägereien 😉 Ja, so zartlilane wachsen hier auch! Kann sein, dass es da verschieden Farbvarianten gibt. Ameisen! Na, die haben wir hier mehr als genug. Dann kann das ja nur was werden, mit der knall lilanen Krokuswiese. Jihuu!

      Ja, unsere lieben Bienennachbarn! Seit zwei Jahren mähen sie immerhin nicht mehr so akribisch. Aber was das Pflanzen von guten Nektar- und Pollenwildstauden anbelangt… nun ja, unser Garten wurde dafür schon mal gut gelobt, weil bei uns die Bienen ja so viel finden würden. Man könnte meinen, dass man dabei vielleicht auch Rückschlüsse auf den Blühzustand des eigenen Garten ziehen könnte… Eigentlich müßte ich Honigzoll einfordern ;-). Das wäre immerhin Honig aus unserem eigenen Garten!! Yeah! 🙂

      Gefällt 2 Personen

      • Kannst ja mal fragen, wie ihnen „dein Honig“ schmecken würde 😉 Eigentlich gibt es ja viele Imker, die selber was anpflanzen. Trittbrettimker kenne ich noch nicht 😉 Zoll oder Steuern wären hier glatt gerechtfertigt, haha. Naja, vielleicht lernen sie noch was von dir!

        Gefällt 1 Person

      • hihi! – Ich muß mich jedoch korrigieren. Als ich Anfang der Woche beim Kürbiskompost herumkruschtelte, sah ich zufällig, dass ums Eck herum hinter unserem Gartenschuppen doch ein paar Krokusse in ihrem Garten wachsen. Den riesigen Blüten nach eine Zuchtform. Ich hab sie bisher – auch die letzten Jahre – nicht wahrgenommen, weil ich selten an der Stelle unseres Gartens stehe und in den Nachbargarten schaue. Vielleicht wächst da dann auch noch mehr als ich bisher erkennen konnte. Ich gehe halt auch von mir aus – wie unser Garten aussähe, wenn wir Bienen hätten. Fairerweise darf man natürlich nicht immer von sich auf andere schließen.
        😉 trotzdem finde ich immer wieder, dass der Bienenzoll eine gute Idee ist, wenn ich wiedermal beobachte fleissig und emsig die Honigbienen in unserem Garten sammeln 😉 hihi!

        Gefällt 1 Person

      • Ja, finde ich auch 🙂 – Das mit der Sicht habe ich hier in letzter Zeit auch des öfteren erleben dürfen. Erst vorhin habe ich einen riesigen Teppich Veilchen gefunden, nur ein paar Meter von meinen alltäglichen Pfaden und Wegen entfernt, aber von einer anderen Seite gesehen. Ich fände es befremdlich, wenn jemand, der Bienen hält, so gar nichts in seinem Garten tun würde. Vielleicht kommst du ja mal mit ihr ins Gespräch und erfährst, was sie noch heimlich gepflanzt hat für ihre Bienen 😉

        Gefällt 1 Person

      • Hihi! „heimlich gepflanzt“ ist gut! Ja, will ich seit ewigen Zeiten. Aber wie das oft so ist, mit Dingen, die man sich vornimmt, MAL zu machen. Da liegt schon der Fehler. MACHEN. Statt „muß ich mal machen“…
        😉 ja, der liebe Perspektivenwechsel 😉 Es lohnt sich, Wege, die man immer geht, einfach mal andersherum zu gehen. Klingt total banal, ist aber super spannend, was man da plötzlich entdeckt.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.