Salat aus dem Wald

Mmh! Die Kraft des Waldes auf dem Teller! Klingt ein bisschen mystisch, hat aber einen ganz realen Hintergrund. Keine Pflanze reicht mit ihren Wurzeln so tief ins Erdreich wie Bäume. Dort nehmen sie Mineralstoffe und Spurenelemente auf, die nur für sie zugänglich sind. Sie pumpen sie hoch und transportieren sie dorthin, wo sie sie brauchen: In ihre Blätter, Blüten und Früchte. Nicht umsonst sind Baumfrüchte wie Walnuss, Mandel und Esskastanie so unglaublich mineralienreich und damit gesund!

Mineralstoffpumpen

Genau deswegen ist auch Laub so wertvoll – in ihm stecken genau diese Mineralien, die von Millionen von kleinen Arbeitern freigesetzt werden, und dann Blumen, Stauden, Kräutern, Beerensträuchern, Gemüsepflanzen und darüber schließlich auch Tieren und uns Menschen zur Verfügung stehen. Unsere Böden, und damit auch das Gemüse, sind auch deswegen so verarmt, weil wir nirgends Laub dulden und Bäume auf Feldern und Äckern entfernen…

Blätter sind also wie Mineralstofftabletten – und manche sind auch für uns essbar! Ein Salat aus den jungen Blättern von Buche und Spitzahorn schmeckt sehr lecker und hat eine tolle zitronige Note.

Verwendet werden Buchenblätter, solange sie ganz hellgrün, weich, dünn und zart sind. Werden die Blätter dunkler, fester und stabiler, sind sie nicht mehr für den Salat geeignet, aber ideal für Smoothies (siehe unten).

Die Blätter des Spitzahorns sind auch als größere Blätter noch genießbar, auch hier einfach probieren, ob sie noch schmecken. Prinzipiell sind die Blätter aller heimischen Ahornarten (Berg- und Feldahorn) essbar, schmecken aber wohl nicht. Ich hab´s aber noch nicht ausprobiert.

Die Ernte

Die braunen Knospenschuppen – entschuldigt, ich vergas, sie zu fotografieren! – aussortieren oder, noch besser, schon beim Sammeln darauf achten, dass man sie nicht miterntet. Was sehr gut gelingt, erntet man baumfreundlich: Die Blättchen hängen immer in kleinen Gruppen. Ich ernte nie eine Gruppe komplett ab, sondern jeweils nur einzelne Blätter.

Scheinbar zeitsparender wäre es, wenn man die dünnen Ästchen mit der Hand locker umfasst und einfach alles abstreift. Aber dann beginnt danach die große Sortiererei – und die dauert deutlich länger als sorgfältiges und baumfreundliches Ernten 🙂

Und: Ernte ohne Bücken – dann hat auch garantiert kein Tier drauf gepinkelt.

Waldbaden inklusive

Das Sammeln der Blätter hat was meditatives, Entschleunigung, Waldbaden inklusive. Der Aufenthalt im Wald, das ist wissenschaftlich erwiesen, senkt den Stresshormonpegel, ist gut für Herz, Kreislauf und Seele. Jeden Tag nur eine halbe Stunde im Wald macht messbar gesünder. Meditation wirkt auch so. Na, da fängt das Wellnessprogramm schon beim Ernten an!

Zubereitung

Zu Hause dann, wenn man möchte, vorsichtig waschen. Die zarten Blätter kleben schnell aneinander, also kein zu fester Wasserstrahl, nicht zu fest mit der Hand rühren, und gut schütteln, dann bleiben die Blätter locker.

Mit Öl und Essig anmachen. Damit die feine und zitronige Note der Blätter geschmacklich nicht untergeht, am besten nur wenig oder gar nicht würzen und als Essig weißen Balsamico oder einen sanften Apfelessig verwenden. Wir fügen gerne noch Sonnenblumenkerne und Cranberries dazu, nach Belieben mit essbaren Blüten verfeinern, fertig!

Guten Appetit!

 

 


Weitere Infos:

Inhaltsstoffe Spitzahornblätter
  • Hoher Gehalt an Mineralien und Spurenelementen wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan, Eisen.
  • hoher Gehalt an Eiweiß von 5 % und Zucker, besonders im Milchsaft und im Nektar der Blüten.
  • Auch die Blüten und die ganz jungen noch sehr weichen Früchte des Spitzahorns sind sehr lecker! Entweder im Salat oder die jungen Früchte blanchieren. Allerdings sind sie ungleich schwerer zu ernten, weil man nur selten an sie hinkommt. Die Spitzahornblätter in meinem Salat auf dem Foto oben stammen von einem jungen Baum, die Blätter gut zu erreichen, aber der blüht eben noch nicht.
Buchenblätter
  • wie beim Spitzahorn sehr hoher Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen.
  • Eventuell Verwechslungsgefahr mit Hainbuche:
    Buchenblätter haben einen ganz glatten Rand. Der Rand der Hainbuchenblätter ist gezackt. Keine Sorge, Hainbuchenblätter sind nicht giftig, schmecken nur sehr bitter!
  • Die älteren Buchenblätter schmecken zwar im Salat nicht mehr so gut, aber sie sind eine gute Vitamin C-Quelle und damit für Smoothieliebhaber interessant. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung steigt nämlich der Vitamin C-Gehalt in den Blättern, das Vitamin wirkt für den Baum als Sonnenschutz, gegen freie Radikale. Also nicht nach Regentagen sammeln, sondern nach Sonnentagen. Um die Blätter gut klein zu hacken, braucht es einen guten Mixer.

4 Kommentare

  1. Ah,das is ja interessant.Wollte gerade fragen ob ich auch die Blätter von unserer Hainbuchenhecke verwenden kann. Aber wenn sie so bitter sind werde ich wohl davon absehen. 😉

    Gefällt 1 Person

    • 🙂 Wenn du möchtest, kannst du ja mal ein Blatt probieren. Da Hainbuche ja nicht giftig ist, kann man die Erfahrung ja einfach mal machen, wenn man Lust hast.
      Schönen Sonntag! 🙂

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    • Hallo und herzlich willkommen hier! Danke! und danke für den Link zu deiner Seite!
      Entschuldige die späte Freischaltung, dein Post ist warum auch immer im Spam gelandet.
      Bis bald! 🙂

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