Die Provence vor der Haustüre (1/2)

Dieser Rosmarin im Topf ist mein (zum wiederholten Male) letzter Versuch für einen Rosmarin im Garten. Bisher ist keine Rosmarinpflanze über den Winter gekommen, trotz angeblich winterfester Sorten und einpacken. Der Topf soll im Winter gut eingepackt ins Gewächshaus. Ich hoffe, das klappt…

Jedes Mal, wenn ich im Winter im Supermarkt stehe und Kräuter kaufe, denke ich mir, wie bescheuert das eigentlich ist. Thymian, Origanum, Kräuter der Provence – wächst (zumindest einiges) doch auch bei uns im Garten! Im Sommer kommen sie frisch geerntet auf den Teller. Aber im Winter… Ich müsste mir beim Kaufen keine Gedanken darüber machen, ob die Kräuter ökologisch angebaut werden, und jedes Mal erschrecken, wie teuer so ein kleines Päckchen grünen Gebrösels ist. Wenn es nicht so lecker schmecken würde, würde ich es ja wieder zurück ins Regal stellen. Ja, selber schuld, denke ich mir dann jedes Mal, haste halt den Sommer über wieder Mal nicht geerntet… und lege das Kräuterpäckchen in den Einkaufswagen. Im nächsten Sommer aber, da mach ich das dann…hoffentlich mal…

So groß wäre ja der Aufwand gar nicht. Ich müsste die Kräuter ja nur ernten, trocknen, in ein Gläschen füllen, und schon hätte ich sie auch im Winter.

Wäre – müsste – hätte – könnte – sollte – würde…

MACHEN! Und jetzt hab ich das endlich mal gemacht!

Meine Kräuter der Provence aus dem eigenen Garten

Zutatencheck: Basilikum, Petersilie, Bohnenkraut, Kerbel und Liebstöckel… dok, die wachsen bei mir momentan (noch) nicht, aber Rosmarin, Thymian, Oregano/Majoran und Salbei. Das wird also meine Mischung sein!
Dost-Origanum, Echter Dost-Oregano-Wilder Majoran, Majoran? Ganz ehrlich, das ist ein ganz schönes Begriffsdurcheinander! Und immer, wenn ich denke: „Jetzt hab ich´s!“ sagt mir jemand: Ne, das ist ganz anders… Wobei ich mir nie sicher bin, ob die/derjenige nicht auch im Begriffsdurcheinander feststeckt?
Wie auch immer: Bei uns müsste Echter Dost-Oregano, also lateinisch Origanum vulgare wachsen. Aber ohne Gewähr ;-)!
Mmh, da möchte man doch am liebsten reinbeißen, oder?! Übrigens auch sehr lecker: eine Handvoll frisch geernteter Blätter zu Bratkartoffeln, also sozusagen Oregano-Bratkartoffeln. Wenn diese fertig gebraten sind, den Herd abschalten, die Handvoll drüber streuen und nochmal durchrühren, fertig.
Ein gutes Büschel Salbeiblätter, mehr geben meine drei Salbeibüsche momentan nicht her. Von der Blüte sind sie noch arg mitgenommen und sehen alles andere als fotogen aus.
Alte Trockengitter im Einsatz. Sehr praktisch, ich spare mir das Bündeln und Aufhängen. Lange Stiele des Oreganos habe ich halbiert oder gedrittelt. Ob das wirklich für die Trocknung notwendig gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber ich hatte das Gefühl, dass sich sonst in den langen Stielen die Feuchtigkeit zu lange hält.
Oh, leider ist das Foto unscharf geworden.
Von links nach rechts: Rosmarin, Thymian und Salbei. Jeweils die Spitzen abgeschnitten, beim Salbei hab ich zusätzlich auch ein paar einzelne Blätter abgeerntet. MIt diesem Abschneiden der Spitzen tu ich mich irgendwie immer schwer, obwohl man das ja eigentlichregelmäßig machen sollte, damit sich die Kräuterbüscher verzweigen und verjüngen. Na, vielleicht wird das ja jetzt was, wenn ich öfters meine Kräutermischung trockne…

 

So, und nun muß ich warten, bis alles „rascheltrocken“ ist. Sollte bei dem Hochsommerwetter ja schnell gehen …

9 Kommentare

  1. Ich wünsch Dir viel Erfolg mit Deinen Kräutern. Ist eh ganz einfach. Dost ist wilder Majoran. Beim Majoran die Blüten abschneiden? Dann ist die Pflanze geschont. Basilikumblüten in Essig eingelegt ergibt einen wunderbar duftenden Essig. Ein oder zwei oder drei blühende Basilikumzweige in Weißweinessig einlegen und warm stehen lassen. Direkte Sonne vermeidest Du. Schmeckt wunderbar und ist auch ein feines Geschenk. Dieselbe Methode kannst Du auch bei anderen Kräutern anwenden, die Du im Salat magst. Liebe Grüße

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    • Oh, vielen Dank für die tollen Tipps! Klingt ja sehr lecker! Basilikum geht bei mir bisher nicht vernünftog auf, aber ich hab die Qualität der Samen in Verdacht. Nächstes Jahr will ich dort, wo ich auch die guten Salatsamen gekauft habe (u.a. Dreschflegel), nach Basilikumsamen schauen.
      Ja, einen Teil des Dosts lass ich immer blühen, weil das ein wahnsinns Insektenmagnet ist. Aber du hast recht, wenn man den regelmäßig aberntet, sprich abschneidet, dann bleibt er schön frisch grün.
      Wobei ich die Blüten auch schon ins Essen hab, auch lecker!
      Grünekräuter Grüße zurück!

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  2. Rosmarin wächst und überwintert bei mir im Garten, nicht im Kübel. Was er anscheinend nicht mag, ist Staunässe und andere Pflanzen, die ihm zu dicht auf die Pelle rücken. Und was ich jetzt erst gelernt habe: Man darf bei der Ernte nicht ins Holz schneiden. Habe ich bisher falsch gemacht.
    Majoran/Oregano hat die Wiese gekapert.

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  3. Ich trockne auch meine eigenen Kräuter für den Winter und koche fast nur mit selbstgemachtem Kräutersalz, eine Hausmischung auch mit Wildkräutern und eine mediterrane Mischung. Ich habe von fast allen Kräutern, vor allem vom Dost (Origanum vulgare) viel mehr, als ich verbrauchen kann, denn die Insekten lieben sie.

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