Warten auf den Frosch

Huhu! In unserem Teich ist ein Frosch! Wir entdeckten ihn, als wir vorsichtig ein paar Algenwolken aus dem Teich fischten. Er saß unter dem dicken Weidenast, und tauchte ab und zu neben diesem auf, um Luft zu holen. Genau diesen Moment wollte ich abpassen und ein Beweisfoto schießen. Ich stellte mir also eine Bank neben den Teich, setzte mich mit der Kamera im Anschlag und wartete.

Er sitzt übrigens genau dort, wo der schräge Ast ins Wasser taucht, genau da drunter. Nur so schon mal zur Info, wenn ich gleich das ultimative Foto von einem Frosch in unserem Teich mache. Damit schon mal klar ist, wo er sich versteckt hält.

Ah, wie schön! Jetzt ragen die Triebe des Fieberklees schon über die Wasseroberfläche hinaus! Und der dicke Knubbel verrät, dass sich wohl bald die Blätter öffnen werden. Ich bin ja gespannt, ob die Fieberkleepflänzchen in ihrem ersten Jahr auch gleich blühen! Ob sich die Wasserlinsen wohl schon vermehrt haben? Wäre ja gut, wenn die langsam mal ein bißchen Schatten in den Teich bringen, damit sich die Algen nicht so stark vermehren. Apropos Algen…

HALLO! Wer taucht denn da vor meinem Teleobjekt auf!? Nein, nicht der Frosch, aber ja wohl mindestens genauso cool! Ist ja n Ding! Frosch und Molch gleichzeitig!

So, jetzt nochmal in schärfer: Wie Drache Fuchur, vor allem wenn er schwimmt.

Na, das Warten auf den Frosch hat sich ja auf jeden Fall schon mal gelohnt!

Unsere Frau Lisl findet ein bißchen komisch, was ich da mache. Sie versteht, ich warte auf irgendetwas, und ich beobachte irgendetwas. Sitzen und beobachten ist ja ihre Spezialität, mit Blick ins Tal oder von einer Anhöhe aus oder im Wald. Aber hier? Sie steht eine Weile unschlüssig neben mir, versucht herauszufinden, was ich beobachte – es muß wichtig sein, wenn Frauchen das macht…. sicher ist sicher, auf jeden Fall mal mit hinsetzen und auch beobachten… was auch immer, aber beobachten… 🙂 total süß, oder? Diese empathische Seele!

Der Frosch ist immer noch nicht wieder aufgetaucht, dafür landete ein Spatz. Seit der warmen Woche vor Ostern ist der Teich zum Vogelkiosk aufgestiegen. Einmal trinken bitte! Endlich hab ich das mal auf´m Foto! Leider gingen nur die zwei Bilder, dann erschrak der Spatz doch etwas über seinen Mut. Immerhin saßen zwei Meter weiter zwei große Wesen, was auch immer die da so nah am Teich machten…

Wasserläufer auf dem Teichlaufsteg! Witzig, dass die auch auf den Wasserlinsen sitzen. Vielleicht so ne Art ausruhen? Auf dem Bild oben links sieht man sehr schön die Dellen, die die Beine des Wasserläufers in der Wasseroberfläche verursachen. Oberflächenspannung pur!

Mmh. Immer noch kein Frosch. Der Molch schwimmt irgendwo herum. Lisl hält tapfer durch, auch wenn sie immer noch nicht weiß, was genau ich eigentlich beobachte und worauf ich warte. Zur Sicherheit hat sie sich mal um 90 Grad gedreht und sichert jetzt unsere linke Flanke. Ich überlege, ob ich mich weiter weg setze, und vielleicht so noch ein paar Vögel fotografieren kann, die den Teichkiosk besuchen. Aber dann müsste ich aus der Abendsonne raus, und würde im kühlen Schatten sitzen. Ich müsste mir eine Jacke und Strümpfe holen… Diese Wasserspiegelungen sind auch immer schön! Da könnt ich ja auch immer Bilder ohne Ende machen.

Vielleicht mach ich mal einen Beitrag, bei dem ich all diese Spieglugnen um 180 Grad drehe, so dass sie nicht mehr wie auf dem Kopf aussehen. Da wirken die Bilder bestimmt auf eine ganz eigene Art. Die Spiegelung dieses Astes hat auch was drachenhaftes, wie der kleine Fuchur-Molch.

Mmh, so langsam bekomme ich kühle Füße. Die Bank wird unbequem. Außerdem habe ich mittlerweile alles durch mein Teleobjekt beobachtet, was man beobachten kann. Sogar die treue Lisl hat mich vor ein paar Minuten verlassen. Irgendwas war vorne in der Einfahrt zu hören, Vorwand genug, sich davonzumachen. Ja, also… mmh…

Frosch : ich = 1 : 0

23 Kommentare

  1. Immer erstaunlich, wie schnell das geht in der Natur, gerade bei Wasser. Kaum ist ein Teich da, zieht Leben ein. Und dann gleich noch Frosch und Molch, wie toll ist das denn. Jetzt gibt es wohl 12 Stunden lang nur noch Wasser-TV 😉 Schöne Aufnahmen und das Bild vom Hund ist auch total süß!!! Das mit den Baumstämmen sieht gut aus und ist offensichtlich auch für die Vögel genau richtig 🙂 Dann viel Spaß noch und weitere spannende Entdeckungen.

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    • Hammer, oder? Es wird echt nie langweilig! Und irre, wie man da dem Leben zusehen kann!
      hihi! Ich muß mich in der Tat ein bißchen zusammenreißen, um mich auch wieder vom Teich zu lösen. Heute kommen nochmal ein paar Wasserpflanzen, endlich! Wir brauchen dringend Pflanzen, die die Nährstoffe aufnehmen. Irre, was alles durch die Luft fliegt, auf der Wasseroberfläche landet und dort eingetragen wird. Am Wochenende dachte ich echt: „Puh, wenn das eine Tischoberfläche wäre, müsste man da mal dringend Staubwischen!“ 😉
      Guten Start in die Woche! 🙂

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      • Kann man mal sehen, wie staubig die Umgebung ist 😉 Mit vielen verschiedenen Pflanzen und einem naturnahen Garten sowieso 🙂 Das wird schon werden. Bin gespannt, was du als nächstes zu vermelden hast! LG Almuth

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      • Ah, der Staub hat nichts mit Naturgarten zu tun! Pollen, Samen, Federchen, ausgewehte Erde von den Feldern (Stichwort: Bodendegradation), Saharastaub (vor ein paar Wochen war die Luft total gelb davon, und auf allem lag eine feine gelbe Saharastaubschicht, auf Auto, Terasse usw.), Rußpartikel vom Autoverkehr – das fliegt überall durch die Luft!
        In Mittelamerika gibt es ein paar Moos- und Farnarten, die es exact auch bei uns in Mitteleuropa gibt. Ihre Sporen sind durch die Luft gesegelt.

        Meistens bekommen wir das nur nicht so mit, außer man ist Allergiker. Vielleicht, wenn man die Windschutzscheibe des Autos länger nicht gewaschen hat. Als ich noch in der Stadt gewohnt hab, hatte ich oben auf den Regalen immer eine total schmierige Schicht, die man kaum wegwischen konnte – Staub vom Straßenverkehr. Das fand ich echt ecklig, denn das hieß ja, dass ich genau das auch eingeatmet habe…

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      • Ich wohne zwar in der Stadt, aber vorne ist Straße, hinten nur Garten, Wiese etc. Wir haben hier extrem viel „Staub“ vom Garten her, weil immer viele Samen und Pflanzenteile durch die Luft wirbeln (besser als Abgase auf jeden Fall). Wenn die Zitterpappel ihre weißen Samenteile verteilt, haben wir hier wieder dichten „Schneefall“ im Garten. So gesehen dachte ich an mehr Staub durch mehr Pflanzen, wenn auch im positiven Sinne. Klar, der ganze andere Dreck kommt noch dazu. Wenn man dann noch ne Baustelle in der Nähe hat, hat man ganz verloren 😉

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      • Ah, jetzt verstehe ich, was du meinst. Ja, insofern hast du natürlich recht.
        Ohja, die Pappeln! Unglaublich viel Geflusel! Baustellen können auch crass sein! Und weißt du, was total bescheuert ist? Wenn Landwirte meinen, sie müssen ihre Felder bearbeiten, wenn´s wochenlang nicht geregnet hat, und der Boden nicht nur oberflächig staubtrocken ist. tssss! Da fliegt der halbe Boden durch die Luft und – hui! – davon! Staubnebel pur!

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    • Ja, das hoffen wir auch! Vielleicht sind sie auch auf der Durchreise oder unser Teich ist eien Station von vielen, an denen die Teire das Jahr über verbringen. Viele Tierarten wechseln ja mehrmals im Jahr den Ort, je nach Jahreszeit, Paarungszeit, Futterverfügbarkeit usw. Die Amphibien sind da nicht anders. Bestes Beispiel sind die Kröten. Sie verbringen das ganze Jahr über irgendwo sehr versteckt im Wald. Unter´m Jahr hab ich noch nie irgendwo eine Kröte entdeckt. Nur, wenn sie im Frühjahr zu den Teichen wandern, dann tauchen sie plötzlich auf. 🙂

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  2. In meinem Mini-Gartenteich leben auch seit Jahren Bergmolche und gelegentlich stellt sich auch ein Frosch ein. Und ich liebe den wunderschön blühenden Fieberklee. Die Iris im Teich muss ich allerdings immer wieder eindämmen und das dicht verfilzte Wurzelwerk aussägen – anders kriegt man es nicht raus – damit Molch und Co. noch genug Platz haben. Auch Libellen-Larven gibts gelegentlich und einmal konnte ich eine Libellen beim Schlüpfen beobachten. So ein Teich macht Spaß!

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