Knoblauchsrauken-Pesto

Jedes Frühjahr wieder freue ich mich auf die Knoblauchsraukenernte. Frisches Grün, knoblauchwürziger Geschmack, und das ohne lästigen Knoblauchnachgeschmack ;-). Sehr lecker!

Von der Knoblauchsrauke kann man nicht nur die Blätter (ohne Stengel!) ernten, sondern auch die Blüten, die jungen noch grünen Schoten und die Samen. Die Blätter schmecken am besten vor der Blüte, aber ich ernte auch während der Blütezeit kleinere kräftigfrisch aussehende Blätter für den Salat. Wenn eine Pflanze blüht, steckt sie natürlich all ihre Energie in die Blüten und „vernachlässigt“ etwas die Blätter, daher schmecken sie vor der Blüte am frischesten. Aber essbar und schmackhaft sind sie nach wie.

Die jungen Blätter, später auch die Blüten, kommen bei uns in den Salat. Oder, wenn die Blatternte groß genug ist, gibt´s Pesto:

  • Knoblauchsraukenblätter
  • Sonnenblumenkerne (oder Pinienkerne)
  • viel Olivenöl
  • etwas Salz
  • etwas Essig (Balsamico); die Säure verhindert, dass sich die Blätter bräunlich verfärben; dadurch wird das Pesto zwar nicht ungenießbar, aber das Auge isst ja bekanntlich mit.
  • ggf. einen Schuß Birnendicksaft, um den eventuell etwas bitteren Geschmack älterer Blätter zu nehmen.

-> Alles in den Mixer!
-> Nicht erhitzen! Sonst geht das Aroma verloren!

Genaue Mengenangaben kann ich nicht machen, ich mische nach Gefühl, und lege ggf. nochmal das ein oder andere nach. Es hängt auch von der Größe der Knoblauchsraukenernte ab. Bei einer größeren Ernte lässt sich noch ein Brotaufstrich für die nächste Brotzeit machen. Bei einer kleineren Ernte können Basilikumblätter die Blattmasse auffüllen.

Übrigens auch lecker: Kräuterquark und Kräuterbutter mit Knoblauchsraukenblättern.

Knoblauchsrauke – Alliaria petiolata – schmeckt nicht nur lecker, sie ist auch total gesund! Als Kreuzblütlergewächs (Brassicaceae) enthält sie typischerweise Senfölglykoside, die den scharfen Geschmack ausmachen, den Stoffwechsel anregen und antiseptisch wirken. Also genau die richtige Frühjahrskur! Die Knoblauchsrauke enthält außerdem Saponine, relativ viel Vitamin A und C und, wen wundert´s, Knoblauchsöl.

Wenn man einmal Knoblauchsrauke auf dem Schirm hat, kann man sie eigentlich nicht mehr verwechseln. Sie steht gern an schattigeren Stellen, und mag es eher feuchter als trockener. Eigentlich ein typisches „Unkraut“ zwischen Girsch und Brennessel.
In entsprechenden Gärtnereien, wie dem Hof Berggarten (auch Online-Bestellungen möglich), werden auch Saatgut und Jungpflanzen angeboten, wer sich die Pflanze in den Garten oder in die schattigeren Ecken des Balkons holen möchte.

Dieses Jahr ist sie auch in einem meiner Blumenbeete aufgetaucht und im Gewächshaus. Letzteres war zwar nicht vorgesehen. Aber wenn sie schon mal da ist, ist´s doch gleich ganz praktisch zum Ernten! Vor allem, weil sie dort viel früher ausgetrieben ist als im Garten. So gab´s schon eine Weile vor der eigentlichen Knoblauchsraukenzeit entsprechenden Zusatz im Salat. Hat sich also wiedermal gelohnt, erstmal abzuwarten, was da so alles keimt, und nicht gleich alles rauszurupfen ;-).

Also dann, an die Ernte, fertig, Pestooo!

6 Kommentare

  1. Ich hab ihn immer noch nicht probiert, aber jetzt wächst er seit letztem Jahr auf dem Balkon, jetzt muß ich ja wohl 😉 Erstaunlicherweise sah ich heute, daß er am Gartenzaun weiter ist, als hier oben. Da hat er wohl einen sonnigwarmen Standort draußen. Wofür doofe neue Schotterwege doch gut sind 😉 Ich bin ja immer etwas schisserig, was Pflanzen zum Essen angeht. Viell. zeige ich dir noch mal ein Bild, daß es wirklich die Rauke ist. Bislang haben meine Pflänzchen nur ein paar Blätter. Bei deinen Beschreibungen läuft mir jedenfalls das Wasser im Munde zusammen 🙂

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    • Trau dich! Wenn du die Knoblauchsrauke sicher erkennst, kann nichts schief gehen! Schick mir gerne ein Foto, wenn du möchtest! Bei Pflanzen entlang eines Zauns in der Öffentlichkeit wär ich etwas vorsichtig wegen Hundepipi usw. ;-), aber auf deinem Balkon – einfach ein paar Blättchen in den Salat, das geht ganz schnell. 🙂
      Ja, stimmt, die Knoblauchsraukle steht auch oft in der Sonne. Wenn die Wasserversorgung ausreicht, wächst sie dort auch ganz gut. Ja, ich sag ja: zwischen Girsch und Brennessel ;-).
      Guten Appetit!

      Gefällt 1 Person

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