
Es dauerte ein paar Tage, aber dann fanden die ewig hungrigen Schnecken König Kürbis doch. Die Blüten: zerfressen. Die Blätter: löchrig. Schleimspuren überall. Abgekämpft und erschöpft sieht er aus, der einst stolze König Kürbis.
Dunkle Grummelwolken schwebten über mir, während ich die schlimmsten Spuren mit der Gartenschere beseitigte. Ich überlegte. Wenn Schnecken tatsächlich Kapuzinerkresse aufgrund ihrer Senföle meiden, dann müsste doch auch Kapuzinerkressemulch helfen, die Schnecken fernzuhalten… Ein Versuch ist es jedenfalls wert.
Gesagt getan: Ich plünderte meine beiden Kapuzinerkressetöpfe etwas, zerkleinerte die Blätter, Stile und verblühten Blüten und streute alles um König Kürbis.

Mal sehen, was passiert…
Am nächsten Morgen schlüpfte ich als erstes in die Gummistiefel und stapfte durch´s nasse Gras zu König Kürbis. Er bot einen jämmerlichen Anblick: Die Kapuzinerkresse war komplett verschwunden, Schleimspuren überall, weitere Löcher in den Blättern und die neuen Blüten abgefressen. Ich habe kein Foto gemacht, so wollte ich König Kürbis´s Anblick nicht der Öffentlichkeit preiszugeben.
Ich war stinksauer. Die Schnecken konnten heilfroh sein, dass ich in diesen Momenten keine von ihnen erblickte…
Mitten im Wutgewitter tauchte plötzlich ein Gedankenblitz auf: Sägespäne! Keine Ahnung, woher manchmal solche Gedankenblitze herkommen, aber sie sind Gold wert. Oder wie in dem Fall vielleicht Kürbisse…
Schnell in den Gartenschuppen und den Sack Sägespäne geholt, den wir von der letzten Brennholzverarbeitung aufgehoben haben. Warum auch immer, aber jetzt kommt er zum Einsatz!
König Kürbis bekommt einen Verteidigungsring aus Sägespänen. Schön dick, hübsch breit. Wollen wir doch mal sehen, wer hier was vom Kuchen, äh, Kürbis abbekommt!


(…Fortsetzung folgt…)