Zurück in den Kühlschrank – nach 151 Tagen

Jihuu! Der Frühling ist da! Endlich wird es wärmer! Gleichzeitig bedeutet das das Ende der Erdkellersaison. Als das Thermometer im Erdkeller fast 8° C anzeigt, ist es soweit: Strom marsch, Kühlschrank an! Auf den Tag ist es fünf Monate her, dass wir den Kühlschrank abgeschaltet haben: vom 11. November bis 11. April, eine Woche länger als im Vorjahr. Etwas wehmütig schließen wir die Temperaturstatistik-Tabelle für diese Erdkellersaison. Aber wir freuen uns auch, denn es heißt: Frühling!

Während wir den Erdkeller leeren und den Kühlschrank füllen, ziehen wir Resümee:

Am 11. November 2017 schalteten wir den Kühlschrank aus. Ab diesem Tag hielten wir jeden Morgen die Temperatur im Erdkeller und die Außentemperatur fest. Die beiden dünnen Linien zeigen die jeweilige Durchschnittstemperatur in diesem Zeitraum. Mitte Dezember pendelt sich die Erdkellertemperatur bei 4 Grad ein und bleibt dort über Wochen stabil.
Temperaturverlauf im Erdkeller vom 1. Februar bis 11. April 2018. Die beiden dünnen Linien zeigen wieder die Durchschnittstemperaturen während des abgebildeten Zeitraums an. Sank das Thermometer im Erdkeller auf 2 Grad und drunter, zündeten wir eine Kerze an, um ein weiteres Absinken zu verhindern. Ab Anfang April stieg die Temperatur im Erdkeller unaufhörlich. So wechselten wir am 11. April vom Erdkeller zurück auf den Kühlschrank. Deswegen endet hier auch die Temperaturaufzeichnung.

Die grauen Kisten haben sich gelohnt und sich als sehr praktisch erwiesen. Nicht nur, dass man alles kompakt beieinander hat. War es nachts draußen so kalt wie im Erdkeller, konnten wir die Kiste mit den Abendessenssachen auch einfach mal bedenkenlos unter´m Carport stehen lassen, statt abends noch mal in den Erdkeller gehen zu müssen. Manchmal siegt die Faulheit eben doch ;-).

Diese Lebensmittelboxen haben sich als sehr praktisch erwiesen. Und sie sind tatsächlich dicht. Nun stehen nur noch die letzten Marmeladengläser, die Bierkästen und der selbstgemachte Apfelputzessig im Erdkeller. Der Frühjahrsputz kann kommen!

Wieder haben Kerzen während der besonders kalten Nächte den Frost vor der Erdkellertür gehalten.

Vermisst haben wir den Kühlschrank auch dieses Mal nicht. Heißt, wir werden das auch nächsten Winter wiederholen. Schade eigentlich, dass wir den Kühlschrank jetzt wieder einschalten müssen!
Vor kurzem machte uns ein aufmerksamer Leser den Vorschlag, mit Hilfe von Verdunstungskälte (also Wasser auf den Boden schütten oder in Behältern aufstellen) den Erdkeller noch länger nutzen zu können (an dieser Stelle nochmals vielen Dank für den Tipp!).

Das Foto entstand Ende Oktober 2017. Die Anzeige des Hygrometers ist jedoch typisch: Der Zeiger steht meist auf absolutem Anschlag.

Theoretisch würde das funktionieren. Aber unser ganzer Erdkeller mit seinen Ziegelwänden ist bereits nichts anderes als eine große Oberfläche zur Verdunstung. Dass das fast zu gut funktioniert, zeigt unser Hygrometer. Bis auf Tage mit einer Außentemperatur von unter -8° C erreichen wir immer sehr hohe Luftfeuchten bis zur Sättigung an warmen feuchten Sommertagen. Eine derart gesättigte Luft kann kein zusätzliches Wasser mehr aufnehmen. Der Kühlungsbonus durch Verdunstungskühlung ist in dieser Bauweise sozusagen gratis mit enthalten.

Aber mit fünf Monaten ohne Kühlschrank sind wir mehr als zufrieden! Es hat ja auch Vorteile, dass der Kühlschrank im Sommer an ist. Im integrierten Gefrierfach versteckt sich nämlich manchmal ein leckeres Eis…

Schade nur, dass wir letztes Jahr keine Apfelernte hatten. So bleiben jetzt noch Marmeladen, Kompott und Bier im Erdkeller zurück.

Demnächst steht der Frühjahrsputz an. Und wir haben uns vorgenommen, die Kellerasselpopulation nicht mehr derart anwachsen zu lassen. Heißt regelmäßiges Auskehren und Tierchen weit wegtragen. Desweiteren steht eine erste Renovierungsaktion an. Der Ziegelstein-Rundbogen des Erdkellers braucht ein Dach. Ein paar Ziegel zeigen Frostschäden. Und oben rechts von der Türe sind die Ziegel bei langen Regenphasen im wahrsten Sinne des Wortes tropfnass. Da müssen wir leider noch mal Erde abgraben und das Gemäuer abdichten.

Diesen Sommer wird der Erdkeller also nicht in eine Art Dornröschenschlaf verfallen, sondern uns ein bisschen beschäftigen.

Unsere Hobbiterdkellerhöhle Ende April 2018.
Advertisements

14 Kommentare

  1. Wir haben einen riesigen Felsenkeller. Der sehr ca. 20 Meter in den Berg und hat verschiedene Seitengänge. Dort herrscht Sommer wie Winter die gleiche Temperatur. Zum Lagern von diversen Gemüse und Obst ideal. Meine Großeltern hatten hier früher Champignons gezüchtet.😊
    Viele Grüße
    Marina

    Gefällt 3 Personen

  2. Hach, euer Erdkeller mit der Bepflanzung sieht so romantisch aus 🙂 Echt schön geworden!! Und ein voller Erfolg, wie es scheint, bis auf die paar Läsionen. Obwohl es mich schon ein wenig verwundert, daß die Steine bereits nach 2 Wintern Schäden davongetragen haben. Kann das auch an der Qualität liegen? Das finde ich schon etwas erstaunlich! Ja, schade, daß ihr da ein Dach anbringen müßt, aber vielleicht siehts ja auch ganz niedlich aus. Dann noch etwas Kapuzinerkresse obendruff 😉 Ach so, und wieviel Geld im Beutel machen 5 Monate Kühlschrankpause aus? Es wäre ja toll, wenn es überall so Erdkeller gäbe, statt Tiefgaragen 😉

    Gefällt 1 Person

    • Danke! Ja, ich finde auch, dass er mittlerweile ganz hübsch eingewachsen ist!
      Ja, hat uns auch gewundert. Vermutlich hatten die Steine schon winzig kleine Risse. Die oben sind ältere Ziegel, und die Lieferung hatte viele beschädigte dabei, die wir gar nicht erst verbaut haben. Echt doof. Aber so ist das jetzt! Ja, vielleicht sieht das mit dem Dach ja auch ganz witzig aus.
      Hui, ja! Schon wieder erinnerst du mich daran, dass ich da ja mal schreiben wollte, wie sich unser Stromverbrauch geändert hat! eieieiei…das steht ja noch von letztem Jahr aus… Tut tut! auf die to do-Liste!
      Erdkeller statt Tiefgaragen! Sehr schöne Idee 🙂

      Gefällt 1 Person

      • Ja, das wäre cool! Auto abschaffen geht bei uns auf dem Dorf leider nicht. Es gibt nur den Schulbus, und dann kann man einmal am Tag noch eine Bus bestellen. Der kommt dann, wenn man mindestens eine Stunde vorher anruft, so zwischen 11 und 12 Uhr vorbei und nimmt einen mit. :-O
        Aber ich übe mich gerade in Kombi Auto-Rad – also Teilstrecke Auto mit Rad auf dem Dach, dann parken, und weiter mit dem Rad. Die ganze Strecke mit dem Rad fahren ist mir zu weit – das wären so 30-40 km einfach – aber mit dieser Kombi kann ich die Autostrecken trotzdem minimieren und habe eine vernünftige Fahrzeit.

        Gefällt 1 Person

      • Das wäre mir auch zu viel (und dann womöglich noch hügelig??!!). Kombi klingt gut. Auf dem Dach? Geht das gut? Oder du bräuchtest eine Radstation, dort, wo du das Auto parkst. Bei schönem Wetter ist man doch lieber mit dem Rad unterwegs. Schön, wenn du das so für dich lösen kannst!
        Bus einmal am Tag geht ja gar nicht. Das ist schon sehr sparsam….

        Gefällt 1 Person

      • Ja, auf dem Dach. Das funktioniert super!
        Nicht nur hügelig. Um uns herum gibt´s ein paar ziemlich steile Berge, die sich außerdem über 1-2 km hinziehen. Da kämpfen sich gestandne Radler hoch, mit denen kann ich nicht mithalten :-O

        Gefällt 1 Person

      • Öh, da hätte ich gar keine Lust zu über so lange Strecken, puh! Auch wenn ich gerne Rad fahre. Der Mountainbiker an meiner Seite fände das wahrscheinlich interessanter. Abwärts natürlich 😉

        Gefällt 1 Person

  3. Hallo
    man kann den Keller auch das ganze Jahr benutzen
    im Sommer schütt ich ab und zu einen Eimer Wasser aus, dann wird es wieder feucht und kühl
    man kann aber auch eine alte Wolldecke naß machen und aufhängen
    die Lebensmittel lagere (stelle) ich in der wärmeren Saison direkt auf den gewachsenen Boden
    dort entspannen sie wunderbar und werden wertvoller
    Plastik mag ich im Keller nicht – das mag kein „Lebens“-Mittel
    früher habe ich mal die Marmeladegläser auf den Kopf gestellt – nur kurz nach dem Einmachen
    mach ich nie mehr wieder !! Schmecken fürchterlich
    sind alles Beobachtungen von mir – mehr als ein halbes Jahrhundert lang
    karl

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Karl,
      Vielen Dank für deine Tipps!
      Unser Keller ist tatsächlich so feucht, dass man ihn mit Hilfe von noch mehr Feuchtigkeit nicht mehr weiter herunterkühlen kann (siehe Hygrometer: gesättigte Luft kann nicht noch mehr aufnehmen). Im Gegenteil, wir müßten zwischendurch eher Feuchtigkeit hinauslüften, damit sich die Feuchtigkeit nicht zu sehr an den Wänden und Regalen niederschlägt. Wir haben die Vorschläge gut durchdacht, aber sie sind in unserem Keller nicht weiter umsetzbar.
      Ich bin auch kein Plastik-Fan, aber die viel schickeren Alukisten, die wir eigentlich gerne gehabt hätten, waren unfassbar teuer. Andererseits haben wir aber einen wirksamen Schutz der Lebensmittel vor Kellerasseln und Feuchtigkeit (!) gebraucht.
      Manchmal muß man eben auch Abstriche machen.
      hihi! Die Marmeladengläser! Ich wurde schon oft gefragt, warum ich die Gläser so lagere, und nicht wieder umdrehe, „wie man das doch so macht“. Der Grund ist: Immer, wenn ich die Marmeladengläser wieder zurückdrehe, verschimmelt mir die Marmelade da drin. Und so ist mir noch nie eine verschimmelt! 🙂 und ich kann sagen: Schmeckt wunderbar!
      Manchmal funktionieren eben Dinge bei dem einen so, und beim anderen ist es ganz anders.
      Herzliche Grüße!
      Sabine

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.