Schwebfliegenbalett

oder:

Darf´s auch einfach nur Radieschen sein?
Dieses dicke Radieschen wurde geerntet.

Da mach ich mir voll die Gedanken, wie ich so manche heimische Wildstaude in unserem Garten ansiedeln könnte, um dem Artensterben was entgegensetzen, und dann ist es manchmal so einfach. Wiedermal ist es einfach stehen und blühen lassen.

Einige Radieschen in meinem Gemüsebeet bildeten schon Blütenstände aus, bevor sie überhaupt dick wurden. Weil sie ohnehin dann auch schon verholzt und für die Ernte verloren waren, ließ ich sie stehen und blühen. Mal sehen, was daraus wird, dachte ich. Und das hat sich wiedermal gelohnt!

Überraschung Nummer eins: Radieschen blühen in mehreren Farben – weiß, rosa und pink (wie unsere Kartoffeln, die blühten weiß und lila.)

Überraschung Nummer zwei: Sie hatten regen Insektenbesuch! Ich war überrascht, wie viele Schwebfliegen und Falter geradezu auf sie flogen! Nutznießer davon waren wiederum die Spatzen. Ganz bequem hüpften sie auf der Balkenumgrenzung des Gemüsebeets hin und her, die Blüten schön auf Schnabelhöhe, um sich dann mitten rein in die Radieschenblütenpracht zu stürzen, sobald ein Insekt im Anflug war. Der ein oder andere Blütenstengel war diesem Ansturm nicht gewappnet und brach. Die Radieschen bildeten aber einfach neue Blütenstengel und blühten kräftig weiter.

Die Spatzen hab ich leider nicht mit der Kamera einfangen können, dafür aber das Schwebfliegenballett. Seht selbst!
(Die Fotos sind alle von Anfang Juli. Die Radieschen blühten mehrere Wochen lang. Mittlerweile hab ich die Samenstände abgeschnitten. Sie waren so lang und schwer, dass sie alles unter ihnen (eine Reihe Möhren zum Beispiel) niederdrückten und zu sehr beschatteten.)

Schwebfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen. Sie besuchen also intensiv Blüten. Mit ihren etwa 440 Arten in Deutschland gehören sie nach den Wildbienen und Hummeln (ca. 580 Arten) zu den wichtigsten Bestäubern.
Rüttelflug vor der Blüte. „Schau, wie ich fliege, und dann weißt du, wer ich bin!“ Schon oft hab ich erlebt, wie Menschen panisch auf ein schwarz-gelb-gestreiftes Insekt reagierten – und dann war´s nur eine Schwebfliege. Der Rüttelflug der Schwebfliegen ist absolut typisch und unverwechselbar! Unnütze Panik läßt sich durch kurze Beobachtung also ganz leicht vermeiden.
Wie grazil! Zarte Schwebfliege besucht zarte Blüte. Schwebfliegen werden vor allem optisch angelockt. Die meisten Arten bevorzugen gelb. Dementsprechend haben Schwebfliegenblüten gelbe Staubgefäße und Pollen, gelb markierte Nektarien oder andere gelbe Farbflecken. Die Radieschenblüte lockt hier also vielleicht mit ihren gelben Staubgefäßen.
Schwebfliegenbalett. Fehlt nur noch das Tütü.
Auch Falter, hier ein Kohlweißling, holen sich bei den Radieschen Nektar. Außerdem hat sich ein Trupp Läuse hier niedergelassen. Hab acht vor den Spatzen, Kohlweißling! Und ihr Läuse: So manche Schwebfliegenlarve hat euch zum Fressen gern!
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7 Kommentare

  1. Wunderschöne Ballettfotos von meinen Lieblingselfen. Die hast du zauberhaft eingefangen 🙂 Wie Ule schreibt, sehr poetisch! Und das mit den Radieschen ist spannend! Kommt zu den Zwiebeln auf den Plan 🙂 Deine Möhren sind ja gut gewachsen, sonst hätte ich dir auch die Wilde Möhre ans Herz gelegt 🙂

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    • Danke für die Blumen 🙂 liebe Almuth!
      Oh, die Wilde Möhre versuche ich seit 3 Jahren in unserem Garten anzusiedeln (wie die Schafgarbe). Letztes Jahr im Herbst tauchte dann eeendlich ein Pflänzchen auf – ich wagte kaum zu hoffen, aber es blüht zur Zeit tatsächlich – Jihuu! Nun hoffe ich auf viele keimfreudige Samen 😉 und dass sie bleibt.

      Gefällt 1 Person

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