Es war einmal ein T-Shirt…

Es waren einmal ein T-Shirt, eine Schlafanzughose und ein Vorhang. Sie waren in die Jahre gekommen, fühlten sich abgetragen und abgehängt und lungerten nur noch in irgendwelchen dunklen Ecken herum. Irgendwann beschlossen sie, sich nicht mehr weiter ihrem Selbstmitleid hinzugeben und alten Zeiten nachzuhängen. Sie wollten wieder eine Rolle spielen, neue Wege gehen. Dafür, das war sonnenklar, war ein neues Outfit notwendig!

Also verabredeten sie sich auf dem großen Holztisch, gleich neben der Nähmaschine, die sich in solchen Sachen gut auskennt. Diese hatte auch schon ihre wichtigsten Gehilfen Schere, Nadel und Faden herbestellt. Nach einer kurzen Besprechung, in der T-Shirt, Schlafanzughose und Vorhang sich eine Weile hin- und her wendeten, ging die Schere ans Werk. Es ziepte ein bisschen, aber Veränderungen sind eben nur möglich, wenn man auch loslassen und ein paar Dinge über Bord werfen kann. Nachdem die Schere fertig war, begannen Nadel und Faden mit ihrer Arbeit. Die Nähmaschine zurrte und sie wurden ordentlich durchgeruckelt. Hie und da pieckste es, aber wer schön sein will, muss eben auch was aushalten. Es dauerte nicht lange, schon war´s vollbracht!

Da lagen sie nun, im völlig neuen Outfit. Niemand würde mehr erkennen, was sie mal waren! Schick sehen sie jetzt aus, ihre Muster kommen super zur Geltung. Sie fühlten sie wie neugeboren, ein großartiges Gefühl!

Upcycling – aus Alt mach Neu: Die gestreifte Tasche waren mal ein T-Shirt (außen) und eine Schlafanzughose (innen), die Herzchentasche ein Vorhang. Für die Henkel eignet sich der Stoff einer alten Hose perfekt. Bei diesen beiden Taschen hab ich irgendwelche anderen Stoffreste verwendet.

Und nun?

T-Shirt, Schlafanzughose und Vorhang sind glücklich. Seit ihrem Umstyling sind sie wieder ständig im Einsatz und viel unterwegs. Sie haben tragende Rollen und trotzdem bleibt genug Zeit, zwischendurch mal gemütlich abzuhängen.

Genauso haben sie sich das vorgestellt.
Ein zweites Leben.

11 Kommentare

    • Oh, eigentlich muß man nur quadratisch ausschneiden und geradeaus nähen. Alles andere ist Schnickschnack. 🙂 Also nur Mut und einfach ausprobieren! Manchmal entdeckt man ungeahnte Talente in sich, wenn man „einfach macht“ 😉 Die Tasche muß ja nicht super perfekt sein – von dem Perfektionismus, wie er in Nähheften, Taschennähanleitungen (wie auch in Schönes Wohnen, Garten-, Bastel-, Koch- und Backheften und -büchern) vorgelebt wird, muß man sich unbedingt befreien, damit bremst man sich nur aus! Und man verpaßt was 🙂
      Liebe Grüße zurück!!

      Liken

      • Stimmt, perfekt muss die Tasche nicht sein – aber einigermaßen schön ;-). Daür habe ich keine Geduld – und keine Nähmaschine ;-). Aber trotzdem eine tolle Sache , vielleicht werde iich mal eine Freundin „anheuern“ ;-).
        LG Birthe

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  1. Die sind ja niedlich geworden 🙂 Einzigartige Täschchen! Den Dingen wieder mehr Wertschätzung entgegenbringen, du zeigst es. Was für unsere Eltern und Großeltern noch gängige Praxis war, scheint heute in manchen Teilen der Gesellschaft vollkommen verschwunden zu sein. Weiter verarbeiten, statt wegwerfen. Oder verschenken. Oder tauschen. Oder… 🙂

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    • Danke! 🙂
      Ja genau! Wieder die Ressourcen in den Dingen sehen, statt kaufen, zack weg, wieder neu kaufen… Ich würde sogar sagen: Nicht nur in manchen Teilen der Gesellschaft, sondern weitestgehend in unserer Gesellschaft. Alles ist auf Konsum aufgebaut. Ständig wird uns vermittelt, was wir alles kaufen müssen, damit es uns gut geht. Unser ganzes System funktioniert nur, wenn auch ständig neu gekauft wird… Wohin das führt, erleben wir jetzt – naja, eigentlich erleben wir es schon länger, aber es wurde weitestgehend ignoriert, nur ein paar „Ökospinner“ haben ständig damit herum genervt ;-).
      Aber zum Glück tun sich gerade immer mehr Menschen zusammen, die das ändern wollen 🙂 Es geht nämlich auch anders.
      Transition Town!
      Und jede*r, die/der eben nicht mehr ständig neu kauft, ist schon Teil dieser Veränderung 🙂

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      • Ich glaube, es gibt durchaus eine nicht ganz kleine, aber wohl auch nicht zu große Fraktion der Selbermacher. Wo Kleidung selbst genäht und repariert wird, wo selbst eingekocht oder getischlert wird. Ich kann mir aber vorstellen, wenn das nicht schon in der Familie überliefert wird, daß es nicht viele gibt, die plötzlich damit anfangen. Das muß sich erst wieder etablieren. Aber ich hoffe, daß es das tut! Ich bringe hin und wieder Sachen zum Fairkaufhaus und werde dort selber immer wieder fündig. Zwei meiner Lieblingsshirts sind von dort, weil meine Lieblingsfarben wohl keine „Trendfarben“ waren, zum Glück aber dort zu finden, juhu! Ich hoffe, die halten noch ne Weile. Nach deiner Anregung muß ich mal überlegen, ob ich noch was zum Upcyceln habe 🙂

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      • Ja, stimmt, da geb ich dir recht. Aber im Vergleich zu dem, was an Bergen konsumiert und letzten Endes auch weggeworfen wird, ist die Upycycling-Fraktion zur Zeit doch immer noch in der absoluten Minderheit. Auch wenn sie wächst, beruht unsere Gesellschaft und unser System auf Konsum von Neuem 🙂 Einer der wichtigsten Indizes für Wohlstand bei uns ist die Konsumbereitschaft der Menschen.
        Ich zitiere: „Die Gesellschaft für Konsumforschung (kurz: GfK) (…) zum Konsumklima: Die Konjunkturerwartung sowie die Neigung zu Anschaffungen liegen höher als noch im Vormonat und befinden sich damit weiter AUF EINEM GUTEN NIVEAU. (…) Die Konsumbereitschaft der deutschen Bevölkerung befindet sich weiterhin auf einem GUTEN KURS“

        Fairkaufhaus oder Sozialkaufhaus nutze ich auch regelmäßig! Total coole Einrichtungen!
        Oh, das kenne ich auch! Von den sogenannten Trendfarben und -muster bin ich auch nicht immer Fan.
        hihi! Dann mal viel Spaß beim Upcycling! 😉

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