Geht doch! Schottergärten verboten!

Friedhofsstimmung im Garten nun offiziell in Erlangen verboten.

Liebe Freunde von Natur und buntem Leben im Garten,
gestern hab ich eine GROSSARTIGE Nachricht gelesen!
Die Stadt Erlangen verbietet Schottergärten.
Ist das nicht toll?

Die „Grauen Gärten des Grauens“ sind bei Neu- und Umbauten nun verboten, ebenso müssen Flachdächer und fensterlose Fassaden begrünt werden. Jihuu! ENDLICH!
Die Stadt hatte keine Lust mehr, auf Freiwilligkeit und Appelle zu setzen, da das in der Vergangenheit nichts gebracht hat. Wenn Wissen nicht zu Einsicht und Handeln führen, braucht es wohl Anordnungen und Verbote, um zu erreichen, was absolut notwendig ist.

Begründung für die Maßnahmen:
Artenschutz, Klimaschutz, Regulierung des Mikroklimas als Anpassung an steigende Temperaturen und damit Regenwasser wieder versickern kann.

Heißt: Mehr Leben, mehr Kreislauf, mehr Lebensqualität!
Und keine Friedhofsstimmung mehr an Orten, wo Menschen leben!

Tot, toter, Schottergarten. Frisch angelegt in unserer Nachbarschaft. Zwei schöne alte kleine Magnolienbäume mußten dafür weichen.

Tja, liebe alle, die das jetzt als Ökodiktatur bezeichnen:
Ihr habt es einfach noch nicht verstanden!
Fahrt doch mal in eine echte Wüste und versucht euch dort zu ernähren und der Hitze standzuhalten. Ohne Schatten und sonstige Kühlung natürlich. Gibt es in Schottergärten ja auch nicht.
Außerdem empfehle ich euch, die chinesische Region Sichuan, was ironischerweise „Land des Überflusses“ bedeutet, zu besuchen. Dort haben die meisten Menschen noch nie eine Biene gesehen, und sie bestäuben ihr Obst und Gemüse selbst.
Woher kommt wohl das Wasser aus eurem Wasserhahn? Was passiert, wenn Regen nicht mehr in die Tiefen des Bodens versickern kann?
Wenn ihr also auf Artenvielfalt, Grundwasser- und Klimaschutz pfeift, dann lebt doch ohne Arten, ohne Grundwasser und Kühlung! Viel Spaß!

Ich hab da keine Lust drauf!! Und finde es daher großartig, dass die ersten Städte nun entsprechend handeln!

Auf das bunte wuselige wunderbare Leben!

18 Kommentare

  1. Habs auch in unserer Tageszeitung gelesen und mich einerseits darüber gefreut, aber andererseits über noch eines des vielen Verbote geärgert, was man als Stadt auch anders lösen könnte und sollte.
    Liebe Grüße von Hanne

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    • Wenn es ohne Verbote ginge, wäre das natürlich der bessere Weg! Aber anscheinend geht es nicht anders. Ich arbeite seit über 15 Jahren im Bildungsbereich und im Artenschutz. Es gibt Informationen und Aufklärung, Flyer, Vorträge usw ohne Ende. Und trotzdem steht es mehr als übel um die Artenvielfalt. Reden und überzeugen hilft also nichts, das haben die letzten 20 Jahre gezeigt. Das Wissen ist da, aber die Einsicht nicht. Gehandelt wird wieder besseren Wissens. Die Faktenlage ist leider so, dass wir (schon längst eigentlich) einfach keine Zeit mehr dafür haben, Menschen zu überzeugen, es anders zu machen. Und das, was schon alles tolles getan wird, ist leider zu wenig und kann die Zerstörung überall nicht mehr ausgleichen. Artenschutz muß mehr in die Fläche. Und das betrifft eben nicht nur die Landwirtschaft. Und hier geht´s außerdem auch um absolut notwendige Anpassung an steigende Temperaturen in der Stadt und Grundwasserbildung. 😦
      Liebe Grüße zurück, Sabine

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    • Gute Frage! Ich denke, es ist wie in der Mode: Irgendjemand denkt sich was Neues aus, die Branche greift es auf, weil man ja auch ständig was neues anbieten muß, um den Konsum anzukurbeln, und verkauft es als schick und In. Sie verdient damit gut Geld. Und wenn was als schick gilt, macht die Mehrheit mit. Ist wie bei den aktuellen Neubauhäusern. Sehen alle gleich aus – austauschbar, ohne eigene Kreativität. „Macht man so.“ Wie oft hab ich in Klamottenläden schon gehört „Das trägt man jetzt so“ – auch wenn´s total bescheuert aussah. Jedes Mal, wenn ich doch mal ein Gartencenter betrete, weiß ich, warum die Gärten so aussehen wie sie aussehen und warum die immer gleichen Pflanzen gepflanzt werden. 🙂 Konsumenten – statt kreative, denkende Bürger*innen 🙂

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  2. Mir geht es wie Hedwig. Einerseits ein erfreutes „Ja“, es passiert was und daß diese Schottergärten verschwinden sollen, finde ich auch positiv. Dach- und Fassadenbegrünung vorzuschreiben, finde ich wiederum grenzwertig. Da ist guter Rat teuer, bei ersterem in der Tat, da muß auch die Statik berücksichtigt werden. Das ist keine Angelegenheit für Laien. Fassadenbegrünung sind auch ein paar mehr Kenntnisse nötig; daß ist sicher nicht so kompliziert. Auf der anderen Seite ist es vielleicht gut, erst mal richtig drastisch vorzugehen, damit die Menschen wirklich verstehen, worum es geht. Vielleicht kann man das Konzept dann später noch mal anpassen. Jedenfalls ein Ja für grüne Vorgärten!!! – Ich hatte da mal eine kleine Diskussion mit einer Freundin, die ihren Vorgarten „geschottert“ hat, weil sie im Alter weniger Arbeit haben wollte. Hinterm Haus geht es sehr insektenfreundlich zu. Ich war trotzdem der Meinung, daß es auch andere Lösungen für arbeitsreduzierte Vorgärten gibt.
    Das sind wunderschöne Bilder von deinem Garten, die Lust auf MEHR machen 🙂

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    • Es wäre immer besser, wenn wir solche Vorschriften nicht bräuchten. Andererseits muß man Menschen auch zu ihrem Glück und Schutz „zwingen“, wenn sie uneinsichtig sind. Siehe Anschnallpflicht und Helmpflicht bei Roller und Co.. Weil´s für uns jetzt ganz normal ist, haben wir ganz vergessen, wie das bei der Einführung war. Damals gab´s auch viel Aufregung.

      Soweit ich das verstanden habe, geht es um Neubauten. Und bei Neubauten kann man alles von der Statik her von Anfang an berücksichtigen. es geht nicht darum, Häuser und Dächer, die nicht darauf ausgelegt sind, zum Einsturz zu bringen 🙂 Und niemand redet davon, dass Laien sich hier ans Werk machen sollen 🙂
      Das Problem ist: Städte MÜSSEN sich an die immer heißeren Temperaturen anpassen und DRINGEND für Kühlung sorgen – das ist ja keine Schikane, sondern zum Schutz der Menschen, die dort leben. Kühlung in Städten erfolgt eben u.a. durch Grün – an Fassaden und auf (Dach-)Flächen – dazu gibt es zahlreiche Studien, die das belegen. Was jede*r auch aus eigener Erfahrung weiß. Je mehr Flächen begrünt sind, umso besser. Man weiß das – Architekten, Bauherren, Häuslebauer usw., aber niemand macht´s – was wiederum allen schadet. Die Hitze in Städten wird noch mehr zunehmen.
      Wie will man das also hinkriegen, wenn das Wissen darüber nicht dazu führt, dass auch entsprechend gehandelt wird?

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      • Ich könnte mich bei der Stadtplanung hier auch immer aufregen, daß das kaum bis gar keine Berücksichtigung findet. Gerade in der Innenstadt, wo meist von einer Häuserzeile bis zur anderen alles gepflastert ist. Da könnte ich schon seit Jahren abkollern und bei neuen Projekten passiert auch nichts. Jetzt sind sogar die Flächen um die Bäume noch kleiner geworden. Ist das Absicht oder sind die jetzt total verblöd…?! Sorry. Von daher fände ich solch ein Gebot für die Innenstädte und für öffentliche Gebäude fast zwingend erforderlich. Ich habe nur ein wenig Probleme, mir das für Bauten aus privater Hand vorzustellen. Obwohl das hier in der Nähe vor 36 Jahren sogar gemacht wurde: die erste Grasdachsiedlung!
        https://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/Ost/Grasdachsiedlung-in-Bothfeld-wird-30-Jahre-alt
        Aber da standen die Leute auch dahinter. Ich will das gar nicht schlecht reden. Ich fände es super, wenn mehr passiert, ich bin nur gerade etwas skeptisch, wenn die Bewohner damit vielleicht nicht konform gehen. Aber es wird sich dann ja bald zeigen, wie es in Erlangen gemacht wird und wie es ankommt. Auch die hängenden Gärten von diesem Patrick Blanc könnten noch viel mehr angewendet werden. Hannover unterstützt ja sogar private Leute bei der Entsiegelung ihrer Grundstücke, aber die Stadt versiegelt andernorts immer mehr. Hä?! Also: ich bin gespannt wie es in Erlangen läuft und ich hoffe, daß es die Runde macht! Du hast schon recht, anfangs sträubt man sich, nacher freut man sich 🙂

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      • Die Summe all unserer Entscheidungen – und dazu gehören auch die in unserem Privatleben – bestimmt, wie es in unserem Umfeld und insgesamt auf unserem Planeten aussieht. Unsere privaten Entscheidungen = Nachfrage, die dann wiederum das Angebot regelt. Und andersherum – wenn das, was die Wirtschaft anbietet, von den Privatmenschen auch gekauft wird…

        Die Grasdachsiedlung ist ja total cool! Danke für den Link! 🙂
        Da steht: „In den ersten Jahren spuckten Busse hier Massen von Architekturstudenten und Ökotouristen aus, die dann überall herumwuselten“ und „1984/85 galt die Ökosiedlung europaweit als herausragendes, weil visionäres, Bauprojekt.“
        – man fragt sich dann schon, warum es so wenig Nachbauten davon gibt…
        Da sieht man mal wieder: Total cooles Projekt, aber hat das Projekt leider nie verlassen…

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      • Als ich das las, habe ich mich auch gewundert. Vorreitermodell, aktueller denn je und dann Schicht im Schacht! Wie geht das und wann nimmt das mal wieder Fahrt auf? So gaaaanz laaaangsaaaam……seeeeehr laaaaaaangs………….. Traurig, aber wahr.

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      • Ich vermute mal, es geht gar nicht weiter. Und das ist normal – sind so gut wie immer nur Pilotprojekte, die dann nicht in Serie gehen, wenn sie eigentlich erfolgreich sind. Auch unsere Bundesregierung startet ständig tolle Pilotprojekte, die dann gefördert werden. Und dann endet die Förderung, und das war´s. Es gibt so unglaublich tolle Bauweisen, aber schau dich um, was gebaut wird. Um es in einem Wort zusammenzufassen: Schrott.

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      • The show must go on, was? Obwohl mir gerade ein weiteres Projekt mit begrünten Dächern hier einfällt, aber dann liegts an den Bauherren oder in dem Fall vielleicht an der Nähe zum Naturschutzgebiet. Ach ja, zu blöd, wenn die Sachen nur Seltenheitswert haben.

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