Laub für Gewächshaus und Co

Während sich die einen den ganzen Herbst über den „Dreck“ geärgert haben, hab ich ihn mal fröhlich ins Gewächshaus geschaufelt. Raschel raschel Laubgeraschel – durch´s Laub rascheln macht glücklich, wußtest du das?

Wenn einem dann auch noch bewusst ist, wie wertvoll es ist! Das pure Gold für den Boden. Und jetzt kommt der Knaller. Es ist ein super Angebot! Das Schnäppchen schlechthin! Dünger gratis!

Stichwort Mineralstoffkreislauf. Bäume bröseln mit ihren Wurzeln in der Tiefe das Gestein auf. Aufnahme der Mineralien, Transport hoch in die Blätter. Im Herbst fallen all diese tollen Mineralien mit den Blättern auf den Boden. Jetzt kommen die kleinen und kleinsten Lebenwesen an die Reihe. Knusperknusper, Laub klitzeklein, Mineralien frei. Gemüse und Beerensträucher nehmen mit ihren Wurzeln Mineralien auf. Ernte. Und schon liegen all diese Mineralien auf dem Teller. Laub also nicht nur Gratis-Dünger, sondern auch noch Gratis-Mineraltabletten. So in knappen Stichworten.
Wenn wir das Laub entfernen, verbrennen, wegwerfen, werfen wir auch diese Mineralien weg. Böden verarmen. Düngerindustrie freut sich, stellt mit hohem Energieaufwand her, was wir umsonst bekommen (Stichwort: Klimakrise; ja, die Herstellung von Kunstdünger trägt auch ihren Teil dazu bei). Aber so tickt mensch.

Und auch einen ordentlichen Laubhaufen auf´s Gemüsebeet!

Und wer will das hören? Tja, vermutlich kaum jemand. Lieber über den „Dreck“ schimpfen. Und: „Hab`n wir scho imma so g´macht“. Gut, das will ich wiederum nicht hören. Deswegen raschel ich mal lieber schön laut mit meinem Laub weiter und schaufel es ins Gewächshaus und auf´s Gemüsebeet. Und auch einen Schwung in die Farnwedel und in die Blumenbeete, so können sich dort gut Tiere verstecken und überwintern.

Ich bin schon gespannt, ob meine lieben Gewächshausregenwürmer diesen Winter wieder so gut arbeiten wie letzten Winter. Momentan haben sie Pause, denn es hat Frost. Aber das wird schon!

Ach so, an eins muß ich noch denken: regelmäßig Gießen! Das klingt ein bißchen komisch, Gewächshaus im Winter gießen, aber Regenwürmer arbeiten nun mal nur, wenn´s ausreichend feucht ist!

Also, wohl bekommt´s! Und schwarzes Gold, entstehe!

Laub im morgendlichen Rauhreif. Das Laub im Garten rechen wir natürlich nicht zusammmen, das bleibt, wo es hinfällt. Wie schon mehrmals berichtet, ist es bis zum Frühling verschwunden, ohne unser Zutun. Nur in der Einfahrt wird gekehrt. 🙂 Trau dich, und probier´s aus!

14 Kommentare

    • Ja, versteh ich! Es kommt sehr darauf an, wieviel Eichenlaub man hat. Wir haben nur eine Eiche. Da kehren wir nichts weg, bleibt auch alles liegen. Und verschwindet erstaunlich schnell. Und selbst, wenn in den Zaunecken und unter den Brombeeren was noch länger bleibt – pfft, wenn stört´s? Aber wenn man viele Eichen hat, ist´s sicher was anderes.

      Ein Freund von uns kompostiert das Eichenlaub. Dauert etwas länger, aber geht wohl gut! Kommt auch auf die Mischung im Kompost an. Das Laub der Amerikanischen Roteiche verrottet übrigens richtig schlecht, auch im Wald. Denkt man erstmal nicht, aber anscheinend gibt es da für unsere kleine und Kleinstlebewesen eine großen Unterschied. Das ist ein richtiges Problem, in unseren Wäldern, wenn dort zu vieleRoteichen stehen. Der Mineralstoffkreislauf stimmt so nicht mehr…

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      • Eichenlaub braucht länger als anderes Laub, um zu Erde zu werden, es dauert etwa drei Jahre. Hilfreich ist es, wenn man das Eichenlaub getrennt von anderen Grünabfällen lagert. Nach jeweils 10 Zentimeter Laubschicht, gibt man etwas reifen Kompost darüber, eine Prise Algenkalk ist auch sehr angezeigt und sprüht Wasser darüber, falls das Laub trocken ist. Ist die Miete fertig gestapelt, hüllt man sie mit etwas Erde, Stroh oder Jutesäcken zu, je nachdem, was man zur Hand hat. Wichtig ist, dass die Miete mit organischem Material zugedeckt ist.
        Dann braucht der Haufen nur noch Zeit, will man die verkürzen, setzt man den Komposthaufen um: d.h. schaufelt das Unterste zu oberst. Ich finde dass dazu eine Mistkralle hilfreich ist . Nun wartest Du, auf das Ergebnis und das ist wunderbare, nach Wald duftende Erde. Sie ist geeignet für Azaleen, Rhododendren, Heidelbeeren. Viel Erfolg wünsche ich beim Experimentieren!

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      • Ja, genau so macht unser Freund da mit dem Eichenlaub in seinem Garten auch! Voll der Aufwand! Auf seinem (ich glaub 2000qm?) Grundstück stehen mehrere richtig alte Eichen, total cool. Jedenfalls kompostiert er auch ganz gezielt das Eichenlaub, wie du´s beschrieben hast.
        Wobei ich noch nie verstanden habe, warum man das vom Rest des Komposts trennen soll. Das widerspricht der Aussage, dass man auf dem Kompost „ein ausgewogeens Mischungsverhältnis“ haben soll. Vermutlich kommt es ganz darauf an, ob man Komposterde haben will, die aussieht wie die gekaufte Erde aus dem Gartencenter, schön gleichmäßig, oder ob man sich nicht daran stört, dass da ncoh Plattfragmente dabei sind. Und natürlich kommt es auch, wie schon gesagt, auf die Eichenlaubmenge an.
        Wir haben ja auch nur eine Eiche.
        Und übrigens, weil wir das auch immer wieder gefragt werden: Obwohl wir nichts davon wegräumen, bilden sich keine Eichenlaubansammlungen aus mehreren Jahren in den Gartenecken ;-). Irgendwie ist es halt einfach weg. Wie alles andere Laub auch.

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      • Einen schönen Tag! Du hast recht, so geht es auch, es kommt auch auf die Menge an, das Laub Eurer Eiche schaffen die Kompostlebewesen locker. Wenn Ihr sauren Kompost haben wollt für Pflanzen, die ich angeführt habe, dann macht ihr einen extra Haufen oder auch ein Häufchen. Statt Torferde ist das allemal die Mühe wert. Liebe Grüße die Gärtnerin mit dem gruenen Daumen

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      • Ah! Als Torferdenersatz! Echt jetzt? So hab ich das noch nie betrachtet. Das ist ja mal ein spannender Punkt!
        Ich kauf zwar keine Torferde – Torferde geht echt gar nicht! -, ich brauch auch momentan keine saure Erde. Aber wie du schreibst, für manche Pflanzen braucht man ja welche, wenn man sie unbedingt haben möchte.
        Das ist ne sehr gute Empfehlung! Danke 🙂

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  1. Ich wohne an einer Hainbuchenallee und die Gehwege müssen halt regelmäßig gefegt werden. Aber ich bringe das Laub auch in meinen Garten und verteile es in den Beeten und polstere die „Füße“ der Sträucher damit. Obwohl ich es schon seit vielen, vielen Jahren so mache, bin ich doch immer wieder erstaunt, wieviel von den kleinen Zersetzern geleistet wird.
    Außerdem verteile ich zudem ganzjährig auch meinen Tee- und Kaffesatz und kleingestoßene Eierschalen (natürlich in BIO-Qualität) im Garten.

    Naturverbundene Grüße :mrgreen:

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