Erstes Teichleben!

Achtung, Zeitensprung! Wir befinden uns in mitten eines warmen Septembers im Jahre 2020… der letzte Stand im letzten Teichbeitrag war dieser:

Als nächstes musste diese Teichfolie unbedingt optisch verschwinden. Wieder erwiesen sich die Grasnarben als perfektes Baumaterial, schön stabil durch das Graswurzelwerk schemmt es die angehäufte Erde nicht gleich beim nächsten Regen wieder weg.

So. Und jetzt muß Leben in den Teich! Große Frage: Was pflanzen wir?
Mit Wasserpflanzen kenne ich mich noch gar nicht aus. Klar ist: Wir wollen keine Pflanzen mit asiatischen, südamerikanischen oder afrikanischen Wurzeln (haha! Schönes Wortspiel!), die standardmäßig in den üblichen Gärtnereien angeboten werden. So schön diese sind, hier gehören einfach heimische Arten her, die wiederum heimischen Arten nutzen. Aber welche passen? Welche machen Sinn? Ja, und dann kommt noch etwas hinzu: Herbst ist nicht gerade eine gute Kaufzeit für (Unter-)Wasserpflanzen…

Also fing ich an, mich durch die Angebote von Online-Gärtnereien zu klicken, die auf Wasserpflanzen spezialisiert sind. Es dauerte nicht lang, da holte ich leicht entnervt ein Buch nach dem anderen aus meinem Bücherregal, um Namen, Bilder und Infos der Online-Gärtnereien mit denen in meinen Büchern abzugleichen. Wie kann denn ein und dieselbe Art bei verschiedenen Gärtnereien unterschiedliche Namen haben! Oder noch besser: Ein Name, aber verschiedene Arten! Deutsche Namen passen nicht zu lateinischen und andersherum. Wenn dann auch noch die Fotos nicht zu den genannten Pflanzenarten passen… ARGH! Alles nicht hilfreich, wenn man gerade versucht, sich in einer neuen Welt zurechtzufinden! Auch die Angaben zur Wohlfühlwassertiefe schwanken teilweise. Wer hat recht?

Irgendwann entschied ich mich für drei Arten, die mir in dem Moment am klarsten erschienen, und die vor allem jetzt noch, im September, geliefert wurden:

  • Sumpfvergissmeinnicht Myosotis scorpioides
  • kleiner Rohrkolben Typha minima – in der Hoffnung, dass es wirklich diese Art ist
  • und Fieberklee, Menyanthes trifoliata – in der Hoffnung, dass meine Recherche richtig, und das Foto der Online-Gärtnerei einen Igelkolben statt den angekündigten Fieberklee zeigt…

Ohnehin stellt sich die Frage: Wieviel sollten wir überhaupt pflanzen? Schließlich wird sich sicher auch einiges von selbst ansiedeln. Und die Pflanzen, die sich selbst ansiedeln, passen ja dann auch wirklich zu unserem kleinen Gewässer hier. Mmh, alles noch ein bißchen unklar… aber kommt Zeit kommt Rat!

Damit die Teichwände nicht so folienglatt sind, was für Tier- und Pflanzenwelt schwierig zu besiedeln ist, bestellten wir noch ordentlich Böschungsschutzgewebe mit. (Die 3 Pack Kokosstrick sind übrigens nicht für den Teich ;-).)

Mit großer Freude warteten wir auf das Paket. Oh, in duftendes Heu verpackt! Das ist ja mal eine tolle kompostierbare Verpackungsidee!

Ach ja! Schön! Wie sehr man sich über so ein paar Pflänzchen freuen kann, die eigentlich noch nach nichts aussehen. Vermutlich stellt man sich in Gedanken alles schon ein bißchen größer und buschiger und verwachsener vor als es in Wirklichkeit ist, und das macht einen schon glückselig!
Die Binse oder Simse – muß ich mir noch näher anschauen – haben wir bei einem nahen Teich geholt. Auch ein paar Spitzschlammschnecken, die den Algenwuchs in Schach halten sollen, und ein paar Mikroorganismen und Wassserflöhe zogen mit um. Irgendwo hab ich gelesen, dass das Animpfen des frisch eingefüllten Teichwassers ganz gut sein soll. Die ersten Libellen tauchten auch ganz schnell auf, und machten den Teich kurzerhand zu ihrem neuen Jagdrevier.
Hammer, wie schnell das geht! Kaum taucht irgendwo ein bißchen Teich auf, zack!

Und jetzt kommt die Krönung! Keine drei Tage stand das Wasser im Teich, da tauchte die erste Wasserbewohnerin (oder Bewohner) auf :-)! Darf ich vorstellen?

Rubi Rückenschwimmerin! Hammer, oder? Wie hat die das so schnell entdeckt?
(Rückenschwimmer gehören übrigens zu den Wanzen. Deswegen hatte ich mich hier ursprünglich verschrieben… Danke für´s aufmerksame Lesen!)

Natürlich wissen wir nicht, ob es sich bei diesem Rückenschwimmer um einen Rudi oder eine Rubi handelt. Wir haben einfach kurzerhand eine Rubi draus gemacht. Wir hoffen natürlich sehr, dass das Tierchen bleibt und sich weitere dazu gesellen!

26 Kommentare

  1. Rubi ist ein Rückenschwimmer (Klugscheiß ein/aus) Ja, die flugfähigen finden alles. Wenn ich als Kind mein Plantschbecken draußen stehen hatte, waren auch sofort irgendwelche Wasserkäfer und Mückenlarven drin. Libellen habe ich allerdings auch ohne Wasserfläche im Garten.

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    • Ah! Was hab ich geschrieben? … Hui! Ja, Ruderwanze ist natürlich falsch. Rückenschwimmer meinte ich auch. Rückenschwimmer gehören zu den Wanzen, daher hab ich den falschen Namen eingesetzt. Gleich mal ausbessern… danke für´s aufmerksame Lesen! 🙂
      Ja, stimmt. Libellen tauchen auch ohne Wasser auf, auf ihren Jagdflügen verlassen sie auch mal den direkten Raum um ein Gewässer. Vielleicht sind sie auch auf der Suche nach neuen Gewässern? Keine Ahnung, wie die Libellen das untereinander ausmachen, aber ich denke schon, dass es an einem Gewässer nur für eine bestimmte Anzahl an Libellen Jagdraum gibt.

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    • huhu! Wir auch! Die nächsten Pflanzen hab ich schon bestellt. Wir brauchen v.a. noch UNterwasserpflanzen, für die Sauerstoffversorgung und gegen den Algenwuchs. Angeblich kommen sie Ende Februar… brrr! Das wird ein lustiges Einpflanzen!

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  2. Moin!!
    Schöne Größe hat euer Teich! Nur der Rand…..megahoch sieht der aus…
    Wie retten sich dort hinaus versehentlich hineingeratene Tiere?
    Bei uns liegt im Teich ein langes Brett ebenerdig, als Einstieg für die Tiere, damit sie trinken und baden können… Igel kommen zu nächtlichen Durst stillen….
    Herzliche Grüße aus dem Waldhaus
    Birgit

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    • Moin zurück!
      Danke!
      Ja, das ist im Blick und noch in Arbeit ;-). Zum einen sollen da ja Pflanzen wachsen, die Land und Wasser verbinden. Dann sind wir noch auf der Suche nach weiteren Weidenholzstücken. An ein oder zwei Stellen kommt wahrscheinlich auch noch ein Stein an den Rand, über den man dann auch raus und reinkommt… Der Wasserstand wird auch nicht das ganze Jahr über gleich hoch sein. Das gilt es auch noch zu beobachten und ggf Anpassungen vorzunehmen…
      Fertig ist hier noch gar nichts! 🙂
      Herzliche Grüße ins Waldhaus!
      Sabine

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  3. Sieht wirklich schon toll aus der Teich und auch deine Bilder sind sehr schön aus den verschiedenen Zeiten. Mir geht auch jedes Mal durch den Kopf, daß die Kante ganz schön steil aussieht. Dachte mir schon, daß du was pflanzen willst, aber wäre so eine nette, flache Einstiegsstelle nicht auch gut, wenigstens an einer Stelle? Wasserpflanzen sind bestimmt eine Herausforderung, aber wie du sagst, vielleicht kommt vieles von selbst. Toll, daß schon die ersten Tierchen da sind. Ich muß an Bertholds Biotopprojekt denken und wie viele Tiere plötzlich da sind, sobald es eine Wasserstelle gibt, sogar Rote-Liste-Kandidaten. Das kann ja noch was werden bei dir 🙂 Bin gespannt, was du uns in Zukunft an neuen Besuchern (oder Gewächsen) zeigen wirst! Weiterhin viel Spaß bei eurem Teichprojekt.

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    • Danke :-)!
      Das mit der Einstiegsstelle haben wir auch überlegt. Man muß das auf jeden Fall so gestalten, dass keine Erde in den Teich gelangt, sonst kippt das Wasser. Durch die Landwirtschaft drumherum ist die sehr nährstoffhaltig; Gift für den Teich. Und die Folie muß fixiert bleiben, damit sie nicht rutscht. So, wie wir das jetzt gebaut haben, müssen wir überlegen, wie sich das gut vereinbaren lässt. Naja, das ganze ist wie immer ein Prozess 😉 alles im Fluß, und definitiv noch nicht die Endphase! Wär ja auch langweilig sonst ;-).
      Ich bin mal sehr gespannt, was sich da noch alles so entwickeln wird! Welche Pflanzen und Tiere auftauchen… gestern hab ich voll Freude entdeckt, dass die Rückenschwimmer hier tatsächlich überwintert haben, genauso wie dieser kleine schwarze Käfer, der im Herbst noch aufgetaucht ist, und den ich noch identifizieren muß.
      Und in ein paar Tagen kommen die nächsten Wasserpflanzen an… 🙂

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