Schlumpflehm und das Turbo-Fundament

(…Fortsetzung…)

So, die Rückwand ist stabilisiert, die Grube erstmal gerettet. Wir fahren das Arbeitstempo etwas herunter, und überlegen wiedermal bei Bier und Bionade, wie´s am besten und schnellsten weitergeht. Fest steht:
Je schneller wir den Boden fertig haben, umso schneller können wir anfangen, die Mauern hochzuziehen; und umso schneller können wir den Hohlraum zwischen Kellermauer und Erdwand mit Kies füllen – die sicherste Stabilisierung der Grubenrückwand.

Zum Glück ist die Palette Zement für´s Streifenfundament schon unterwegs und wird am Brückentag zusammen mit 2 Paletten Ziegel (die alten machen leider nur die halbe Miete) und 1 Palette Mörtel für´s Mauern angeliefert.

So langsam verlieren wir jeden Respekt vor der Einheit "eine Tonne". Die 800 kg Split schaufeln wir mal eben im Zementwerk auf- und daheim wieder ab.
So langsam verlieren wir jeden Respekt vor der Einheit „eine Tonne“. Die 800 kg Split schaufeln wir mal eben im Zementwerk auf- und daheim wieder ab.

Das Innere des Streifenfundaments soll mit Split gefüllt werden, damit der Erdkeller „atmen“ kann. Den Hänger voll Split (=800 kg) schaufeln wir auch noch schnell auf und wieder ab.

Und so kann´s am nächsten Tag losgehen:
Wir buddeln erneut und heben das Fundament aus. 20 cm tief, entspricht genau einer Spatenlänge. Perfekt. Die Arbeit fluppt, trotz Matsch geht´s leichter als gedacht. Wir stoßen auf den im Dorf so berüchtigten „blauen Lehm“, der noch schlumpffarbener aussieht, als wir uns das vorgestellt haben. Wir stehen da, bewundern die Farbe und plötzlich:

Auch, wenn´s auf dem Foto nicht ganz rüber kommt: Der Lehm ist wirklich schlumpfblau!

– Sag mal, der Pfosten hier. War der schon immer so schief?
– Nein, den hab ich ganz grad eingeschlagen, so wie den hier… der ist ja auch ganz schief…?
– Sag mal, das Brett da, das war doch ganz nah an der Wand dran, oder?
– Ja, eigentlich schon.
– Sag mal, ist das die Stützwand, die da knarzt?!

… und uns langsam, aber sichtbar entgegenkommt?! Hektik bricht aus, ich befinde mich psychisch im roten Bereich. Mein Freund schaltet in Turboarbeitsmodus und startet die nächste (und nun hoffentlich letzte) Grubenrettungsaktion: Wir brauchen Stützpfeiler!
Aber befestige mal Stützpfeiler in einem Boden, in dem alles versinkt wie in einem Moor…
Ich reagiere nur noch auf „halt mal hier“ und „halt mal das“, während ich Erd-und Holzwände in unsere, mit so viel Arbeit errichtete Grube stürzen sehe.

Irgendwann stehen die Stützen. Wir stehen, und beobachten die Holzkonstruktion. Alles ist bewegungslos. Warum kam uns jetzt plötzlich nochmal die Wand entgegen? Die Antwort ist schnell gefunden: Weil wir nochmal gegraben haben. Dadurch sickerte nochmal Wasser aus der Wand. Und dadurch verlor die nicht-wasserbindende Sandlehmschicht nochmal Volumen und somit an Stabilität. Und rutsch.

Klar ist, wir müssen so schnell wie möglich die Grube füllen. Wir können nicht bis zum nächsten Wochenende warten, bis wir das Fundament gießen. Vor allem nicht, weil es da regnen soll.
Der Entschluss ist schnell gefasst:
Montag- und Dienstagabend (bei strömendem Regen, obwohl sämtliche Wetterbrichte Sonnenschein melden) bauen wir die Schalungfertig, verlegen die erste Drainage und das Erdkabel, und füllen den Innenbereich mit Split.

Und Mittwoch nehmen wir uns einen halben Tag frei. Beginn morgens 7:00 Uhr. Bis mittags um eins haben wir 1,5 Tonnen Zement geschleppt, gerührt, festgestochert und glattgestrichen.

Die nächsten zwei Tage sind meine Arme und Beine wie Pudding, während mein Freund zufrieden auf Arbeitstemperatur schnurrt.

Nun beginnt ein neuer Arbeitsabschnitt: Mauern.


Die Vorgeschichte? startet hier 🙂
Die Idee dahinter? Hier: GRUNDidee Erdkeller.
alle Beiträge zum Erdkeller: voila.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s