Schattenserie: Weiße Glöckchen macht der Mai

Gerade noch rechtzeitig hab ich es blühend erwischt! Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) darf auf keinen Fall in der Schattenserie fehlen. Obwohl es den Wonnemonat in seinem Namen trägt, blüht es nicht nur im Mai. Es müsste eigentlich Maijunijuliglöckchen heißen, auch wenn es in unserem Garten schon am Verblühen ist – pünktlich zum Ende des Mai.

Als typischer Bewohner unserer heimischen Laubwälder kommt es mit Halbschatten und Schatten sehr gut klar, und kann daher ruhig in die Schattenseiten des Gartens gepflanzt werden.

An der Uni hab ich noch gelernt, dass Maiglöckchen zu einer eigenen Pflanzenfamilie gehören, den Maiglöckchengewächsen. Doch seine Verwandtschaftsverhältnisse haben sich anscheinend mittlerweile geändert, wie ich beim Nachlesen feststelle. Es ist verwandt mit dem Spargel, und damit auch … – sieh an, wir haben einen Funkienverwandten im Garten stehen! 😉

Maiglöckchen überdauern den Winter mit ihren Zwiebeln, wie Winterlinge und Schneeglöckchen (übrigens zwei weitere Schattenpflanzen). Damit die Pflanzen für das nächste Jahr Kraft in Form von Nährstoffen sammeln können, sollten wie bei allen Zwiebelpflanzen die Blätter nach der Blüte nicht entfernt werden.

Spannenderweise bieten Maiglöckchenblüten keinen Nektar an. Stattdessen können die Blütenbesucher, vor allem Bienen, am Fruchtknoten Gewebe anbohren, das sehr safthaltig ist. Die Früchte des Maiglöckchens, kugelige rote Beeren, hab ich noch nie gesehen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, jetzt, wo es in unserem Garten wächst.

Wie bei der Akelei gilt auch beim Maiglöckchen: Pflanzen, die in der Natur gefunden werden, dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden. Also lieber ab in die nächste Gärtnerei! Oder bei Verwandten und Bekannten im Garten stöbern. Vielleicht sind sie ja froh, wenn sie ein paar Maiglöckchenpflänzchen abgeben können. Denn es soll sich recht gut vermehren, wenn es Platz hat. Auf diesem Wege kam das Maiglöckchen jedenfalls zu uns in den Garten.

Vorsicht an alle, die auch Bärlauch im Garten wachsen haben und dessen Blätter zum Verzehr ernten! Die Blätter von Maiglöckchen und Bärlauch sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Nur Maiglöckchenblätter sind sehr giftig (enthalten Herzglykoside). So mancher Bärlauchsammler hat sich damit schon nicht nur seine Mahlzeit, sondern auch Gesundheit und eventuell auch sein Leben verdorben. Nicht, dass es das letzte Bärlauchpesto aus Eigenanbau wird…
Die Blätter lassen sich gut am Geruch unterscheiden. Bärlauchblätter duften intensiv nach Knoblauch, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt, Maiglöckchenblätter nicht.

 


Lust auf noch mehr Schattenliebende Pflanzen? Eine Auflistung aller erschienenen Folgen der Schattenserie findest du im Beitrag „Pflanzenwelt im Schattenreich„.

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