Unkraut?

„Unkraut gibt es bei dir wohl nicht, was?“ fragte mich mal eine Freundin, als sie eins unserer Blumenbeete kritisch betrachtete. Im ersten Moment verstand ich ehrlich gesagt gar nicht, was sie meinte.
Doch hier ist meine Antwort:

All diese Pflanzen kamen von alleine in unseren Garten. Nach der Devise „rausrupfen kann man´s immer noch, aber einmal raus ist raus“, ließ ich die Keimlinge erst mal wachsen – und nun verwandeln sie unseren Garten in ein Meer aus Blüten, und das für lau.
Wenn das die Definition von „Unkraut“ ist, dann gibt es bei uns sehr viel davon :-).

Oder anders gesagt: In unserem Garten gibt es Artenvielfalt. Das ist nichts, was nur in Naturschutzgebieten oder dafür vorgesehenen Biotopen existiert oder existieren muß. Artenvielfalt kann jeder, der eigene Flächen hat. Jedes kleine Stück „Wildnis“ schafft Artenvielfalt in einer Welt, in der die meisten vergessen haben, dass Wiesen nicht grün, sondern bunt sein sollten; in der Kinder die Schmetterlinge nicht mehr vermissen, weil sie mit ihnen nicht aufgewachsen sind; in der selbst „Allerweltsarten“ wie Spatz und Marienkäfer am Verschwinden sind. Um Natur erleben zu können, muß man nicht erst in den Urlaub oder in einen Nationalpark fahren. Biodiversität beginnt vor der eigenen Haustüre. Es liegt allein in unserer Hand und ist unsere Verantwortung.

Ob entlang des Zaunes, auf dem Balkon (naturaufdembalkon zeigt: da geht was!)
oder – für die ganz Wilden unter uns – sogar im eigenen (heiligen) Rasen:
Wage mehr und freue dich am Leben drumherum!

 

 


Noch mehr Unkrautideen? Voila 🙂

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11 Kommentare

  1. Fantastisch, was bei dir alles von alleine in den Garten gekommen ist 🙂 Da braucht man gar nicht mehr zu „investieren“, oder ?! Und was für eine schöne Vielfalt. Die Insekten lieben deinen Garten bestimmt. Den Erdrauch finde ich traumhaft schön. Exotisch, also nicht von hier ? Und so viel Mohn, da kann man glatt neidisch werden. Jedenfalls wunderschön. Ich komme auf das Thema in Kürze mal zurück ! – danke noch fürs verlinken 🙂

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    • Stimmt 🙂 da braucht man nicht mehr viel investieren. Die Überraschung muß man halt aushalten können 😉 Im Gegenzug gibt´s keine Enttäuschung, wenn das teuer erkaufte Pflänzchen von Schnecken zerfressen oder aus anderen Gründen nicht wachsen will.
      Nee, der Erdrauch ist heimisch. Aber ich finde, er sieht sehr exotisch aus. Die Phaselia ist eine Nordamerikanerin, wiedermal, wie die Nachtkerze, die meisten Gartenakeleien… uvm.
      Der Mohn ist der Hammer, oder? Ich muß eigentlich mal ein Gesamtbild machen. Die Erde, die wir zur Abdeckung des Erdkellers geholt haben, bestand wohl mehr aus Samen als aus Erdkrumen. Wir wissen genau, wo wir sie noch überall im Garten verteilt haben, denn überall dort blüht jetzt Mohn. Wir hoffen ja sehr, dass er sich aussät und bleibt. Bisherige Ansaatversuche sind immer gescheitert. Nachbars Bienen sind jedenfalls fleißig am Besuchen.

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      • Das ist echt irre. Wo habt ihr die Erde her 😉 ?! Und wie schön, wenn es einfach wächst. Besser, als wenn man es selbst – vergeblich – versucht. Die Pflanzen suchen sich ihren Standort doch gerne selbst. Dieser Erdrauch hats mir echt angetan ! Tja, Einwanderer haben wir inzwischen viele. Die Nachtkerzen und Akeleien möchte man doch nicht mehr missen, oder ? Und die Insekten sicherlich auch nicht…

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  2. Nee, die gehören mittlerweile ja alle irgendwie dazu. Ist ja nicht immer nur schlimm, wenn andere Pflanzenarten bei uns einwandern.
    Der Erdrauch begeistert mich auch! Fumaria officinalis heißt er auf schlau, vielleicht wirst du ja irgendwo fündig ;-). Würd sich sicher auch gut auf deiner Baumscheibe machen. Apropos, was macht die eigentlich? Hab ich da wieder n Beitrag verpaßt? Du schreibst ja derart fleissig – das hast du wir wohl von den Hummeln abgeschaut 😉 – das sich kaum hinterherkomme mit lesen!

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    • 🙂 genauso seh ich das auch! Eigentlich würd ich gerne hier auf meinem Blog das Wort „Unkraut“ ganz verschwinden lassen und durch Wildpflanze ersetzen. Aber meine letzten Versuche sind gescheitert. Irgendwie kommt man an dem Wort „Unkraut“ nicht vorbei, wenn man sich mit Garten beschäftigt. 😉

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