König Kürbis´ Königsthron

Kürbis aus dem eignen Garten – das ist ein kleiner Gemüsegärtnertraum von mir. Und dieses Jahr, so steht auf meiner Wunschliste für das Gartenjahr 2017, soll er in Erfüllung gehen.

Beschriftung mit Rechtschreibfehler…tsss. Jedenfalls: Der Kürbis dieser Samen wurde letzten Herbst zu Suppe verarbeitet, die Samen gewaschen und getrocknet. „schön kühl lagern“, hieß es irgendwo. Also stellte ich das Gläschen mit den Samen in den Erdkeller. Bis zu einem warmen, frühlingshaft anmutenden Tag Ende März.

Da Schnecken wohl Kürbispflanzen lieben, und in unserem Garten unendlich viele dieser Feinschmecker umherkriechen, kommt direkt ins Freiland säen nicht in Frage. Ansaattöpfchen müssen her.

Das Pikieren gelang mir noch nie gut. Aber für so Leute wie mich gibt es ja diese praktischen, kompostierbaren Ansaattöpfchen 🙂 Großartig! In jedes drei Kürbissamen gesteckt und angießen.

Und nun hieß es nur noch abwarten und gießen…. und gießen und abwarten. Bei Sonne rausstellen, abends wegen Frostgefahr wieder zurück ins Haus tragen… und abwarten… Gießen nicht vergessen. Es passierte gar nichts. Einfach nichts. Wochenlang immer noch nichts. Es passierte so wenig, dass es aus dieser Zeit kein einziges Foto von diesen Ansaattöpfchen gibt. Ein Keimling spitzte zwar irgendwann ein bißchen aus der Erde, er richtete sich aber nie auf, wurde stattdessen gelb und verkümmerte.

Mann, war das frustrierend. Ende April starrte ich wütend diese blöden Töpfchen an, von denen zwei schon so langsam auseinanderzufallen drohten. Puh. Ok, es ist ja noch kein Gärtner vom Himmel gefallen. Irgendwas mach ich vielleicht falsch? Sicherlich bin ich nicht die einzige, die dieses Problem hat. Also grub ich mich durch das worldwidegartenweb und wurde gleich mehrfach fündig: Samen von Kürbissen aus dem Handel gehen wohl nur selten auf, F1-Generation und so. Mmh. Also müßte ich wohl Samen kaufen. Ich beschloss: noch eine Chance, und wenn das nicht klappt, kaufe ich KürbisPFLANZEN. Ohne große Hoffnung steckte ich also in jeden Topf nochmal drei Samen hinein. Hab ja genug aufgehoben.

Und siehe da: Plötzlich passierte etwas. Ein Kürbispflänzchen wuchs heran! Und plötzlich wuchs ein zweiter Keimling munter drauf los! Endlich! Der Frust war verflogen, ich freute mich riesig.

Ende Mai waren die zwei Pflänzchen schließlich groß genug für den Umzug in einen größeren Tontopf. Für die große Freiheit waren sie mir noch zu klein.

Umzug in den Tontopf. Noch sind sie mir zu klein, um sie den Schneckenbrigarden auszusetzen. Das wäre ja auch noch schöner! Ich warte zwei Monate auf diesen Moment, und über Nacht ist alles weg. Nee nee!

Und plötzlich taucht ein dritter Keimling auf. Und somit sind es 3 von 18 – drei Pflänzchen aus insgesamt 18 gesetzten Kürbissamen. Das hatte ich ja schon gar nicht mehr erwartet.

Darf ich vorstellen? Pflänzchen Nummer 3. Erst im Tontopf bekam es anscheinend Lust, nun doch noch zu wachsen. 3 von 18 – was für eine Quote! Das macht ein Pflänzchen kostbarer als das andere…

Nochmal vier Wochen später, Ende Juni, stand der nächste Umzug an: vom Tontopf in die Freiheit, auf den Graskomposthaufen.

Seht einmal, da thront er, König Kürbis auf dem Kompostthron! Zwischen Feuerstellenholz, Brennesselhimbeergestrüpp (hinten links) und Johannisbeeren (im Vordergrund).
Ein Blatt ist beim Einpflanzen geknickt. Aber sieht er nicht toll aus :-)? *stolz* mein erster selbst gezogener Kürbis, und zahlreiche Blütenknospen hat er auch schon.
Des Königs Kürbis Kollegen – beide auch mit zahlreichen Blütenknospen – lasse ich vorsichthalber erstmal noch im Topf. Nicht, dass sie alle in derselben Nacht den heimtückischen Schnecken zum Opfer fallen.

 

🙂 jetzt wächst ein Kürbis auf unserem Kompost. Sehr cool! Genau so hab ich mir das vorgestellt. Vor meinem inneren Auge leuchten schon die orangenen kugeligen Früchte durch den Garten…
Allerdings, seit ich König Kürbis in die weite Gartenwelt entlassen habe, und jetzt, da er doch so gut wächst, wachsen auch meine Sorgen um ihn… Ist er der Welt da draußen überhaupt gewachsen?

… Innerlich ballt sich eine kleine begartenhandschuhte Faust:
Wehe, Schnecken, wehe euch!!

 

(…Fortsetzung folgt…)

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10 Kommentare

  1. Oh ja, die Schnecken… Die haben bei mir dieses Jahr auch schon einige Salatpflanzen auf dem Gewissen. Erst hatte ich sie mit transparanten Plastikbechern und Deckeln geschützt. Doch als die Pflanzen dann richtig groß wurden, musste ich die Becher entfernen. Und es verging kein Tag, bis nur noch die Blattrippen zu sehen waren…
    Zum Glück haben sie aber nicht alle Pflanzen vertilgt. Zumindest noch nicht…

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    • Hallo Grünschreiber! Dein Kommenar kam doppelt an; ich hab mir erlaubt, eins davon zu löschen.
      Oh mann, wie frustrierend! beim letzten Beitrag schrieb mir Minn, sie habe Kapuzinerkresse zwischen den Salat gepflanzt. Sie hatte tatsächlich keine Schnecken – dafür sind die Blattäuse von der Kapuzinerkresse auf den Salat übergesprungen und haben diesen den Garaus gemacht. Tja,wie man´s macht…
      Viel Erfolg weiterhin mit deinem Salat!

      P.S.: Hast du mal ausprobiert, Sägespäne um den Salat zu streuen? Schnecken kriechen angeblich nicht gerne darüber.

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  2. Ach wie schön, da geht einem doch das Herz auf, wenn es dann endlich klappt 🙂 Die kleinen Kürbiskinder, juhu ! Schneckenbrigaden, wie das klingt, aber ich kann verstehen, was du meinst. Die Idee mit der Reserve im Topf ist gut. Lieber auf Nummer sicher. Jetzt könntest du noch rings um den Kürbis Kapuzinerkresse pflanzen, oder ?!? Weiterhin gutes Gelingen und ich freue mich auf orangerote Kürbisbilder im Herbst (inklusive Rezepte). Hokkaido liebe ich sowieso 🙂

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    • Oh, auf die orangeroten Kürbisfotos freu ich mich auch schon! Ich hoffe, es wird sie geben…
      Ja, klingt vielleicht n bißchen crass 🙂 Aber vor allem nach einem Regenschauer sind so unglaublich viele unterwegs, dass man mit jedem Schritt gleich auf mehrere tritt. Ich schick dir mal ein Foto, dann siehst du sofort, warum sich solche Begriffe wie Schneckenarmee oder Brigarde einfach aufdrängen ;-).
      Hihi! Ich hab in der Tat zwei Tütchen Kapuzinerkressesamen gekauft.
      Wie gesagt, Fortsetzung folgt… 😉

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  3. Ich bin gespannt, wie dieser Krimi weitergeht!
    Vielleicht ist die Blattlaussaison ja um, und diese Nebenwirkung bleibt aus. Bis die Kresse gekeimt ist, musst du es vielleicht doch mit etwas feinem Kies oder Sägespänen versuchen, beides muss sehr unangenehm für Schneckenbäuche sein.

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    • Danke für die Tipps! Warte ab 😉 will jetzt hier nicht zu viel verraten.
      Die Hauptblattläusesaison scheint tatsächlich vorbei. Zumindest ist vieles, was bisher befallen war, jetzt Blattlausfrei. Allerdings kann das auch täuschen. Irgendwann bekommen die Blattläuse Flüge und ziehen um. Vielleicht sind sie also auch einfach nur umgezogen.

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