Der Kampf um die Felsenbirnen

Ein paar Tage lang lieferten sich unser Amselpärchen und ich einen Wettstreit um die besten Felsenbirnenfrüchte. Eigentlich gibt es dieses Jahr mehr als genug Früchte für uns drei. Und es reicht außerdem noch dicke für die Mönchsgrasmücken und Blaumeisenjungen, die auch ab und zu vorbeischauen. Aber ich wollte dieses Jahr unbedingt mal reine Felsenbirnenmarmelade einmachen und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich mich bei der penetranten Anwesenheit von Frau und Herr Amsel doch etwas beeilen musste, um genügend Früchte dafür zusammenzubekommen.

Normalerweise würde ich ja einfach ein paar Tage abwarten, bis ein guter Schwung reif ist, und dann die Schüssel mit der gewünschten Menge füllen. Aber ratet mal, wer nicht so lange wartet, und stattdessen zielsicher jede Frucht, sobald sie reif ist, aus dem Busch rupft? Richtig, Frau und Herr Amsel!

Von der Carportwand aus stehe ich unter strenger Beobachtung von Frau Amsel! Sie ist zwar recht zutraulich – wir können uns ihr auf bis zu zwei Metern nähern – aber bei den Felsenbirnen versteht sie keinen Spaß!
Herr Amsel ist nicht ganz so zutraulich und beobachtet mich lieber aus sicherer Entfernung vom Apfelbaum aus.

Natürlich hätte ich ein  Netz über den Strauch hängen können. Aber ich brauche ja gar nicht alle Früchte. Mit Amsel und Co zu teilen, ist völlig in Ordnung! Finde ich. Aber die beiden Amseln finden das nicht. Immer, wenn sie mich an dem Strauch erwischen, gibt´s ordentlich Gezeter. Ich wiederum wollte das Amselpärchen nicht regelmäßig verjagen. Denn die Zutraulichkeit der beiden, vor allem von Frau Amsel, ist eigentlich sehr nett.

Siehst du die zwei? Gut versteckt, sie tun ganz heimlich. Manchmal kann man direkt am Strauch vorbeigehen, ohne dass sie einen Mucks machen. Die Früchte scheinen ihnen wirklich sehr zu schmecken!
Rupf rupf rupf – schnell ein paar Beeren hinuntergeschlungen, und dann kann Frau Amsel auch schon mal laut zeternd davonfliegen.
Amselmann ist da deutlich ruhiger, läßt mich aber nie aus den Augen, während er immer wieder eine Beere abrupft.

Um also gegen die befiederte, stets wachsame Konkurrenz eine Erntechance zu haben, ging ich zur Über-mehrere-Tage-hinweg-Ernte-Strategie über. Morgens, noch bevor die beiden Amseln auftauchten, stand ich mit meiner Schüssel am Strauch und erntete. Und jeden Morgen bissen mich wieder diese *grummel* roten Ameisen – sowasblödesgrmblfxnochmal! Dass man manchmal einfach nicht dazu lernt! Ich müsste einfach nur meine Gummistiefel anziehen, statt hier barfuß zu stehen. Plötzlich summte es unter meinem Rock – HUAH! Biene? Wespe? HORNISSE? Warum stehe ich hier auch mit Rock im hohen Gras, lauter Blüten um mich herum… mannomann! Puh, nochmal Glück gehabt. Und dann sackte ich auch noch plötzlich in ein Mäuseloch ab und hätte dabei fast meine mühselig gesammelte Tagesration Felsenbirnen aus der Schüssel geworfen und im hohen Gras versenkt.
Mann, das ist MEIN Garten!!! Ich wohne AUCH hier!

Felsenbirnenernte 2019
700 g, geernet an drei Tagen.

 

 

 

 

 

 

So. Nach drei Tagen hatte ich es endlich geschafft:

700 g Felsenbirnen plus entsprechend 3:1-Einmachzucker
= 5 Gläschen Marmelade.

Mmh, ich sag´s dir, die ist sowas von lecker!
Und für all die Piepmätze sind immer noch mehr als genug Felsenbirnenfrüchte da!

Felsenbirnenmarmelade mit Früchten aus dem eigenen Garten.

Mehr über die Felsenbirne erfährst du hier.

 

22 Kommentare

    • Na, warte nur ab, bis euer Strauch noch ein bißchen gewachsen ist! Dann habt ihr sicher eine viel größere Ernte. Ich könnte tatsächlich nochmal einen Schwung abernten (vielleicht mach ich das auch noch…). Aber unser Strauch ist auch schon gut 2,5 m hoch und gut 1,5m breit. Und er steht einzeln, also nicht in einer Hecke drin. So kann man rundherum ernten.
      😉 Bist herzlich eingeladen! Auf ne Tasse Kaffee oder Tee mit Felsenbirnenmarmeladenbrot!

      Gefällt 3 Personen

  1. Kacke auch, aber sie wühlen in der Erde auf der Suche nach Insekten und Würmern und dabei hauen sie all meine schöne Ordnung im Garten zb. frisch gesäte Samen oder Gurkenpflanzen und Zuchinipflanzen durcheinander. Auf der Terrasse liegen Erdbrocken, ausgescharrte Blumen und Laub auf den Platten. Das schätze ich garnicht, da fällt mir ein, dass sie auch meinen Springbrunnen als Vogelbad missbrauchen, ganz schön frech die Bagage. Schönen Abend.

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    • Hui! Das klingt nach ganzer Amselarbeit! Ja, stimmt, die können ordentlich „Unordnung“ veranstalten, mit ihrer Art der Futtersuche, alles durch die Gegend zu werfen ;-). Hast du´s schon mal mit einer Vogelscheuche probiert?

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      • Ohje, ja. Amseln und Stare können ganze Arbeit leisten, was das Obst wegfressen anbelangt! Da hilft tatsächlich nur vergraulen, Flatterzeugs oder Netze über Strauch und Beeren! Wobei es bei den Netzen die Kritik gibt, dass sich Vögel darin verfangen und verheddern können, nicht mehr wegkommen und dann sterben. Wenn man das aber bei sich im Garten hat, sieht man das ja rechtzeitig und kann Erste Hilfe leisten.

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  2. Du bist ja raffiniert 🙂 Den Amseln ihre Beeren klauen. Du kannst froh sein, daß du an die Tiere keine Miete zahlen mußt, haha! Das sieht super aus. Schön, daß du teilst und die Amseln danken es dir mit ihrem Zutrauen. Was will man mehr? Vielleicht verteilen sie die Kerne jetzt noch in deinem Garten und du bist irgendwann Felsenbirnenkönigin 🙂

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    • hihi! Sehr schön! 🙂 oder einfach so pur ins Müsli oder so essen. Oder mit anderen Früchten mischen und zu Marmelade machen, wenn man nicht genug Felsenbirnen hat. 🙂
      Liebe Grüße zurück!
      Sabine

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