Ein IGEL im Heuhaufen

Vor zwei Wochen habe ich beschlossen: Weg mit herbstlichen Dingen! Zeit für Neues, Grün und Frühling! Schnippschnapp, alte Staudenstängel ab und auf den Kompost damit. Mittlerweile sind die meisten von ihnen ohnehin umgekippt. Erstaunlich – irgendwann, wenn sie im Frühjahr ihre „Aufgabe“ * erfüllt haben, knicken die alten Stängel in Bodennähe einfach um und machen Platz für die neuen Triebe. Hoffentlich sind die dort überwinternden Insekten mittlerweile auch im Frühling angekommen…  Aber auf dem Kompost haben sie ja noch Zeit, aufzuwachen ;-).

Da ich gerade so schön dabei war, beschloss ich außerdem, meine Aktion noch etwas zu erweitern. Teile des Altgrasteppichs, der sich in den letzten zwei Jahren zwischen den Büschen gebildet hat, sollen ebenfalls auf den Kompost wandern. Kein leichtes Unterfangen, an der kleinen, aber rutschig-steilen Böschung entlang des Zauns Halt zu finden und gleichzeitig nicht an den dornigen Zweigen der Schlehen hängen zu bleiben. Und diese Babybrennessel – was brennen die fies!

Während ich so mit der einen Hand die strohigen, staubig-trockenen Grasmatten anhebe, und mit der anderen Hand die Schnippschnappschere bediene, lande ich plötzlich an einem ganz seltsamen Büschel. Der ist vielleicht komisch. So hart. Und pieksig. Der bewegt sich… Häh?! „EIN IGEL!“ schreie ich vor lauter Schreck, dass ich da plötzlich was Lebendiges in der Hand habe, und falle hüpfend die Böschung hinauf. Die eine Nachbarin fährt kurz aus ihrem Liegestuhl hoch, der andere Nachbar schaut von seiner Zeitung auf. Und ich sitze auf dem Hosenboden, strahlend vor Glück:
Wir haben tatsächlich doch noch einen Igel im Garten!
Wie toll ist das denn!
Seit über einem Jahr hab ich keinen lebendigen Igel mehr gesehen! Und jetzt liegt einer hier direkt vor mir, bedeckt von einem Haufen Altgras. Vielleicht hat er da ja überwintert?

Klar, dass zwischen den Büschen jetzt ein ordentlicher Heuhaufen definitiv liegen bleiben wird!

Unterhalb des nach rechts ragenden, weißblühenden Astes der Schlehe liegt ein Haufen aus braunem Heu / Stroh, und darunter liegt der Igel. Hat vielleicht den ganzen Winter dort gelegen, während wir keine 3 m weiter regelmäßig an unserer Lagerfeuerstelle saßen und nichts von ihm ahnten.

 

Ich konnte einfach nicht anders; im Laufe der nächsten Tagen musste ich noch zweimal nachschauen: Er war immer noch da! 🙂 und ist es vermutlich auch jetzt noch.

Ich habe mich nicht getraut, ihn noch mehr auszupacken, daher ist das Foto jetzt eher ein Suchbild – nach dem Igel im Heuhaufen 😉

Oh, es ist wirklich schwierig zu erkennen! In der Mitte des Bildes, zwischen und unter den beiden Blättern kann man das Stachelkleid erahnen. Der Igel fauchte,, als ich an seinem Heubett kruschtelte. Weiter stören wollte ich ihn nicht, daher gibt es nur dieses Suchbild 🙂

 


* In, an und zwischen den alten Staudenstängeln überwintern Insekten und andere Kleintiere. Außerdem sammelt sich zwischen den Stängeln Herbstlaub an, das Kleintieren und den neuen Trieben guten Frostschutz bietet.
Weiter Infos über alte Staudenstängel und Altgras im Garten findest du hier und da und dort :-).

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8 Kommentare

  1. Oh, herzlichen Glückwunsch !!! Wie schön einen Igel im Garten zu haben :-))) Und wie gut, daß bei euch nicht alles „aufgeräumt“ ist und er ein passendes kuscheliges Plätzchen gefunden hat ! – Deinen Schreck kann ich gut verstehen. Ich habe mal als Kind im Wald gespielt und sah so einen wunderschönen Zapfen auf dem Boden liegen. Als ich danach greifen wollte, bewegte er sich – es war ein Igel ! Ich war auch im ersten Moment „tierisch“ erschrocken 🙂 Die Stacheln kann man erkennen, auf deinem (Oster-)Suchbild. Vielleicht begegnet er dir demnächst mal im Garten ?! Ich wundere mich nur, wie lange die Winterschlaf halten (obwohl das Wetter zur Zeit danach ist ) ?! Liebe Grüße und schöne Ostertage, Almuth

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    • Ja? Die Stacheln kann man erkennen? Sehr gut 🙂 ich war mir nicht so sicher, ob man das kann wenn man nicht weiß, wo man hinschauen muß.
      Also ob der wirklich noxh im tiefen Winterschlaf war / ist, weiß ich nicht. Er hat gefaucht und sich auch gerührt. Obwohl es tagsüber oft schon ziemlich warm war (bis hin zu T-Shirt-Wetter), ist es nachts bei uns noch ziemlich kalt (ica. 2-4 Grad) und es soll nächste Woche nochmal mehrmals Nachtfrost geben. Dass der Igel also noch nicht unterwegs ist, aber aufgrund warmer Tagestemperaturen nicht mehr im tiefsten Winterschlaf ist, könnte schon passen. Ich hab gelesen, dass sie je nach Witterung März/April sowas aufwachen. In sehr milden Februarwochen können sie auch da schon unterwegs sein, und wenn es wieder kälter wird, verkriechen sie sich nochmal.

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  2. Ach wie schön!Da hüpft doch das Herz!Ich hoffe das sich bei uns auch nochmal einer einfindet.Bislang habe ich keinen gesichtet.Aber wer weiß?Da braucht man ja anscheinend doch keine Spezialwohnung für ihn,oder? 🙂

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    • Ja, da hüpft das Herz 🙂 Igel sind großartig!
      Nein, eine Spezialwohnung braucht man nicht. Wir hatten noch nie ein Igelhaus oder derartiges, aber wir hatten immer Igel im Garten, auch schon während meiner Kindheit. Igel brauchen Kruschtelecken, wo sie Schutz finden und sich zum täglichen Schlafen und zum Winterschlaf zurückziehen können, also sowas wie Haufen aus Ästen, Laub oder Grasschnitt. Auch unter Büschen / Hecken nicht alles wegräumen, sondern Laub liegen lassen, Gras wachsen und stehen lassen. Dort finden sie dann nicht nur Versteck, sondern auch Nahrung.
      Oder am Zaun entang Streifen aus Gras und Stauden stehen lassen. Da wurschteln die sich dann auch gerne durch und suchen laut schmatzend nach Futter.

      Viel Glück, dass auch bei euch bald ein Igel einzieht! 🙂

      (Vielleicht wohnt ja auch schon einer bei euch, aber weil er so heimlich unterwegs ist, bekommt ihr ihn gar nicht mit… so wie bei uns anscheinend…)

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  3. Schön, bei uns im Garten wohnt auch ein Igel, im Sommer hören wir ihn manchmal wenn er in der Dämmerung umherläuft und hoffentlich ganz viele von den hässlichen Nacktschnecken frisst 😉
    Naturbelassene Gärten sind leider selten geworden, dabei kommt die Natur viel besser ohne uns zurecht

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