Ein Versprechen für´s nächste Jahr

Manche Arten blühen ganz schön lang, wenn sie die Möglichkeit bekommen. Damit meine ich nicht unbedingt das einzelne Individuum, sondern einfach die Art an sich. In meiner Liste für die Blühpflanzenzählung hab ich am  30. Mai die erste Mohnblüte vermerkt. Diese Blüte hier – etwas zerknautscht und hitzegeplagt – ist nun vielleicht tatsächlich eine der letzten.
Sie wirkt wie ein Hauch von Abschied von diesem langen Sommer…

Die Kapseln hingegen sind schon ein Versprechen für´s nächste Jahr.
Ich nehm dich beim Wort, lieber Mohn!

 

Samenstände des Mohn im Garten. Ein Versprechen für´s nächste Jahr.

Der August ist noch nicht rum, da werden schon die ersten Beete aufgeräumt. Auch das verschiebt sich anscheinend dieses Jahr nach vorne. „Aufgeräumte“ Beete sind wie kleine Wüsten. Es gibt keinen Schutz vor der Sonne, kein Versteck für den Tag oder die Nacht, keinen Schutz vor dem ersten Frost, kein Quartier für den Winter. Keine Nahrung für alle, die im Winter nach genau diesen versteckten Tierchen suchen.

Im Zusammenhang mit dem Insektensterben ist überall die Rede davon, nektar- und pollenspendende Pflanzen zu setzen, damit die Insekten Nahrung finden. Alles richtig. Zum Leben braucht man Nahrung, aber eben auch „ein Dach über dem Kopf“: Verstecke, Winterquartiere, Orte für die Eiablage, Orte für den Nachwuchs. Eigentlich alles ganz menschliche Bedürfnisse.

Im Spätsommer und Herbst entscheidet sich, wer wo den Winter überleben kann. Entschiedend auch für´s Überleben, das sei hier jetzt schon gesagt, denn überall fällt es bereits: Laub. Die Heinzelwürmchen werden´s euch danken!

All diese Orte sind gleichzeitig Jagdgebiete für andere, wie zum Beispiel für die kleine Sichelwanze, für den Igel oder für Vögel. Letztere suchen dort auch im Winter, nach Samen zum Beispiel. Abgesehen mal davon, dass die verblühten Blumen durchaus auch ihren optischen Reiz haben, wie Almuth schön in Feld und Flur festgehalten hat.
Übrigens verschlief der Igel den letzten Winter in genau so einem  unaufgeräumten Beet.

Was ist mit deinen Beeten in deinem Garten?
Wüste oder ein Versprechen an das Leben für´s nächste Jahr?
Du hast die Wahl!

Es gibt viel, was man tun kann. Oder einfach mal nicht tut. Oder eben mal anders tut. Was, warum, wieso, Ideen und Infos findest du hinter den Links. Vielleicht ist eine kleine Sommerzwischenlektüre dabei, zwischen Sommerroman und Sommerkrimi ;-)?

Viel Spaß beim Lesen und viel Freude in deinem Lebensraum Garten! 🙂
Genieß das Leben um dich herum! Und gib auch du ihm ein Versprechen für die Zukunft…

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14 Kommentare

  1. Gut, dass du gerade jetzt daran erinnerst, zuckt es doch schon leicht in den Aufräumfingern.
    Andrerseits schicken bei mir manche Pflanzen eine zweite Blüte nach, da sie mit dem Regen eine Chance spüren, doch noch Sommerpracht zu liefern; zum Beispiel regen sich Phlox, Minze, Blutweiderich und Spiere neu. Das freut ganz offensichtlich auch die Insekten, die noch zahlreich unterwegs sind.

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    • Na, gerade noch rechtzeitig erwischt 😉
      Ja, in dem Fall ist das was anderes, da kommt ja nochmal Leben in die Bude! So ein Shcnitt lohnt sich natürlich schon. Wow, das klingt echt toll! Ich hoffe so sehr, dass der Regen auch bei uns fällt, und nicht wieder nur vorbeizieht…
      Wenn diese zweite Blüte in deinem Garten dann verblüht ist, kann´s ja immer noch für den Winter stehen bleiben.
      Viel Freude mit der spätsommerlichen Zweitblüte! 🙂

      Gefällt 3 Personen

  2. Ich luge in diesem heißen Jahr auch besonders darauf was sich wie lange hält und was am wenigsten Wasser braucht.Da hat der Mohn auch eine tolle Position.Aber auch Schafgarbe ,Blauraute und anderes.Im Anblick des Klimawandels wird sich sicher noch einiges heraussieben.Beim Laub muß ich mir noch überlegen wie ich es hinbekomme, dass es ständig durch die Gegend gepustet wird.

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    • …ich überlege gerade, ob du dich vertippt hast und meinst: „dass es NICHT ständig durch die Gegend gepustet wird“?
      Hast du Nachbarn, die sich über das Laub beschweren? Mmh, gar nicht so einfach. So ne Art Laubfangkorb vielleicht, so dass das Laub zwar gesammelt und kompakt an einem Ort liegt, aber trotzdem vom Boden her Tiere ran können? Oder einen Laubkompost, der nur an drei Seiten zu ist? Wenn man diesen so ausrichtet, dass die Hauptwindrichtung nicht direkt hineinweht, bleibt das Laub gut drin und trotzdem ist es beweglich genug, so dass Tiere was damit anfangen können.
      Vielleicht wäre das ein Kompromiss?
      🙂 Ich find´s jedenfalls super, dass du nach einer Lösung suchst! Und wünsch dir viel Erfolg! 🙂 Berichte mal, wenn du magst!

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      • Jetzt wo du es sagst, sind unsere Nachbarn ganz locker drauf was das Laub oder irgendwelche Samenflüge, Unkraut usw. betrifft. Ist wohl eher meine Angst sie könnten das eines Tages nicht mehr so toll finden.
        Bislang habe ich versucht das Laub mit Resten von Blumenerde aus den Sommerpflanzkübeln zu beschweren und es so in den Beeten liegengelassen. Nur reicht meine Erde nicht immer. Mal sehen – irgendetwas fällt mir schon ein.

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  3. Liebe Sabine, du gehst immer mit gutem Beispiel voran. In deinem Garten möchte ich Igel oder Eichhörnchen sein! Was du den Tieren bei dir alles bietest, muß das reinste Paradies sein. Wenn andere Leute nur ein Bruchteil dessen tun würden, wäre schon so mancher Blumentopf gewonnen 😉 – Ich gestehe, ich fege hier einiges an Laub auf dem Balkon zusammen, Auf der anderen Seite bleiben genügend Verstecke und unaufgeräumte Ecken für Spinnen, Falter und Co. Wenn ich aufräume, entdecke ich entlang der Hauswände immer rote Puppen von kleinen Faltern, die hier jedes Jahr zu finden sind. Spinnen gibts zu Hauf und neuerdings hüpfen Rotkehlchen gerne unter meiner Blumenbank rum. Ich vermute, um selbige zu verspeisen, Aber vielleicht machen sie dort auch nur ein Nickerchen 😉 Auch die Große Lehmwespe hat sich ja eine unordentliche Ecke ausgesucht, so daß ich kein schlechtes Gewissen mehr haben muß. Wer sich nicht bremsen kann, sollte wenigstens dafür sorgen, daß es im hinteren Teil des Gartens Nischen für Igel und Co gibt oder das Laub unter seiner Hecke liegen lassen, wo es auch hingehört. Auf die Unordnung im Garten! (erinnert mich an das Verschimmelungsmanifest von Hundertwasser)

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    • Liebe Almuth,
      danke für deine lieben und aufbauenden Worte! Die kann ich gerade gut gebrauchen :-).
      Na, auf dem Balkon kann man ja auch nicht alles liegen lassen. Ich würde mal gerne deinen Vermieter oder einen Nachbar sehen, wenn sich auf deinem Balkon so langsam eine Humusschicht aufbaut 😉 hihi!
      Ja, auf die „Unordnung“ in den Gartenecken! 🙂

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      • *grins* – Ich wollte jetzt auch keine Humusschicht aufbauen 😉 Aber diese völlig sterilen Balkone, wo es nicht mal ein Pflänzchen gibt, daß muß auch nicht sein, wenns nach mir geht. Und wenn ein paar Blättchen im Winter in den Töpfen herumliegen, wo sich die Marienkäfer zum Überwintern hin verziehen, geht das in Ordnung. Im Frühjahr wird wieder aufgeräumt 🙂

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      • Ich sag ja: Du bist einfach die Balkonfee! 🙂
        Ja, diese leeren Balkone… ich finde ja, in Wohnungen mit Balkon sollten nur Menschen leben dürfen, die diesen Luxus zu schätzen wissen und ihn auch entsprechend nutzen ;-). Ich hab jahrelang in Wohnungen ohne Balkon gewohnt, und wollte immer einen haben, um Blumen, Kräuter und Gemüse zu pflanzen. Und wenn ich dann immer diese leeren, ungenutzen Balkone sah… *seufz*! Aber jetzt hab ich dafür ja einen riesigen Garten 🙂

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      • …dann gebe ich die Hoffnung nicht auf, daß der große Garten auch noch zu mir kommt 😉 Diese leeren Balkone sind schwer zu ertragen. Inzwischen werde ich gnädiger, wenn ich Geranien sehe. Ich denke dann, besser das als gar nix 🙂

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